Emil Nolde - Mohnblumen

1. bis 16. August 2009 im Buchheim Museum

Pressemeldung vom 05.08.2009 · Vorige · Nächste


Noldes Aquarell "Mohnblumen" gehört zu den Glanzstücken der Sammlung Buchheim. Da mit Wasserfarben gemalte Bilder besonders lichtempfindlich sind, wird das Blatt nur alle paar Jahre für kurze Zeit ausgestellt.

Im Hochsommer, wenn bei uns die Gärten in voller Blüte stehen, entfalteten auch Noldes Blumengärten, die er überall anlegte wo er lebte und arbeitete, ihre volle Pracht. Auf Alsen enstanden zwischen 1906 und 1908 die ersten Blumenbilder. Umgeben von rotem Mohn, blauem Rittersporn, Eisenhut, gelben Sonnenblumen, pinkfarbenem Phlox, Kosmeen und anderen Sommerblühern entdeckte Nolde die Magie kräftiger, ungemischter Farben, die fortan sein primäres Ausdrucksmittel sein sollten: "Es war auf Alsen mitten im Sommer. Die Farben der Blumen zogen mich unwiderstehlich an, und fast plötzlich war ich beim Malen... die blühenden Farben der Blumen und die Reinheit dieser Farben, ich liebte sie. Ich liebte die Blumen in ihrem Schicksal: emporsprießend, blühend, leuchtend, glühend, beglückend, sich neigend, verwelkend, verworfen in der Grube endend. Nicht immer ist unser  Menschenschicksal ebenso folgerichtig schön..." – Noch heute kann in Seebüll, Noldes letztem Wohnsitz, ein von ihm gestalteter und in seiner ursprünglichen Form erhaltener Garten besichtigt werden.

Die Aquarellmalerei nimmt in Noldes Werk breiten Raum ein und steht am Beginn und Ende seines Schaffens. "Von der kleinteiligen Arbeitsweise der frühen Jahre", so Nolde, „arbeitete ich in unendlichen Mühen mich durch zu der freieren, breiteren und flüssigeren Darstellung, die ein besonderes Verstehen und Eingehen auf Struktur und Art der Papiere und die Möglichkeit der Farbe erfordert, aber vor allem wohl jedoch die Fähigkeit der sinnlichen Einstellung des Auges."

Die ersten Blumenaquarelle entstehen um 1918/20, die letzten vor Noldes Tod. Das Blatt "Mohnblumen" aus der Sammlung Buchheim - wie die meisten Noldeschen Blumenaquarelle ist es nicht datiert - dokumentiert eindrucksvoll des Malers traumwandlerische Sicherheit als Aquarellist.


Emil Nolde, Mohnblumen, Aquarell, © Nolde Stiftung, Seebüll