Schule im Museum


Liebe Lehrerin, lieber Lehrer,

die außergewöhnliche Vielfalt der Buchheim'schen Sammlungen – Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphiken deutscher Expressionisten, insbesondere der Künstler der "Brücke", Kultobjekte und Artefakte aus Afrika, der Südsee und Asien, Volkskundliches aus Bayern und Europa, Outsider Art und Kunst von Autodidakten, "Zirkus Buffi" und Schaustellerkunst – wie auch das Umfeld des Museums, der Park und die glaziale Landschaft am Starnberger See, können in vielfacher Hinsicht Unterrichtsinhalte ergänzen und vertiefen.

Dazu bieten Wechselausstellungen aus Sammlungsbeständen von Künstlern der klassischen Moderne (Chagall, Braque, Léger, Miró, Rouault und anderen), Fotoausstellungen und Veranstaltungen, die außereuropäischen Ländern und ihren unterschiedlichen Kulturen gewidmet sind, ein zusätzliches, breit angelegtes Themenspektrum, das durch interaktive Führungen und Workshops für Schulen begleitet wird. Um den Zugang zu den ausgestellten Bildern, Graphiken und Sammlungstücken zu erleichtern können die Jugendlichen zum Beispiel Drucktechniken erproben, Papier schöpfen, mit Farben experimentieren, aber auch Masken, Schattenspiel- oder Schrottfiguren bauen. Durch spielerisches Arbeiten wollen wir Kreativität und Erfindungsfreude anregen, und so auch die spezifische Begabung einzelner Kinder fördern.

Unser interaktives Führungs- und Workshopangebot für unterschiedliche Altersgruppen richtet sich aber nicht nur an den Kunstunterricht, sondern auch an die Fächer Kulturgeschichte, Geographie, Ethik, Deutsch, Geschichte und Geologie. Damit bietet das Buchheim Museum ein außergewöhnlich breites Themenspektrum, das ins seiner Offenheit den Dialog mit der kulturellen Vielfalt unserer Welt, aber auch den sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit der Natur fördern will.  

Fachübergreifend ist unser Rundgang durch das Museum. Er eignet sich besonders als Einstieg in die Buchheim'schen Sammlungen, bevor bei weiteren Museumsbesuchen Schwerpunktthemen gemeinsam erarbeitet werden.

Wir freuen uns, wenn Sie mit Ihren Schülern zu uns kommen! 

Dr. Clelia Segieth
Kuratorin des Buchheim Museum


Hier einige Beispiele aus unserem Angebot für Schulen. Diese und weitere Themenschwerpunkt können Sie individuell mit Sabine Bergmann absprechen.

Eine Anmeldung etwa 2 Wochen vor Ihrem Besuch wäre wünschenswert.

Die Teilnahmegebühr pro Schüler beträgt Euro 5.- (inklusive Material).

Weitere Informationen, Beratung und Buchung:
Sabine Bergmann, Tel. 08158-997050, E-Mail: sabine.bergmann@buchheimmuseum.de


Führungen und Workshops


Freunde schlagen Brücken – Die Künstlergruppe Brücke



Ernst Ludwig Kirchner, Akt auf blauem Grund,
1911, Öl auf Leinwand
© Ingeborg & Dr. Wolfgang Henze-Ketterer, Wichtrach / Bern
Im Jahre 1905 gründeten Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Ernst Ludwig Kirchner und Fritz Bleyl in Dresden eine Künstlergemeinschaft, die "Brücke". Ihr Name war Programm, denn sie wollten aufbrechen zu neuen Ufern und eine neue Kunst schaffen. Die Mitglieder pflegten eine ungewöhnliche Malweise: Mit schnellen Pinselstrichen und bunten Farben direkt aus der Tube gaben sie zum Ausdruck, was sie bewegte und legten den Grundstein für eine neue Kunstrichtung: den Expressionismus.

Können Freunde Brücken schlagen? Wie geht man vor, wenn man eine außerordentliche Idee hat und sie liebend gern verwirklichen will? Die Brücke-Künstler zeigen es uns: Als sie sich zu einer Künstlergruppe zusammenschlossen, waren sie jung, gerade mal fertig mit dem Studium und träumten von Großem: Sie wollten eine neue Kunst schaffen und glaubten fest an ihr Ziel. Welche Wege sie einschlugen, wie es ihnen gelang, ihr Vorhaben in Taten umzusetzen und welch wichtige Rolle Freundschaft dabei spielte, erfahren wir bei diesem Rundgang.

Ziel dieser Führung ist es, den Kindern die Geschichte und die wegweisende Bedeutung der Künstlergruppe Brücke innerhalb des Expressionismus zu vermitteln. Besonderes Gewicht liegt dabei auf dem Aspekt einer festen, aber aufgeschlossenen Gemeinschaft – die Grundlage für einen weitreichenden Erfolg. Was unterscheidet expressionistische Malerei von der herkömmlichen, wie befruchteten sich die Mitglieder gegenseitig, welche Vorteile gab es, gemeinsam aufzutreten und was passierte, als sich die Gemeinschaft im Jahr 1913 auflöste? Vor Meisterwerken des Expressionismus lernen die Kinder spielerisch die Mitglieder der "Brücke" kennen, erzählen aus dem Erfahrungsschatz eigener Freundschaften und Ideen, tauchen ein in neue Farbwelten, stellen Szenen nach und führen aufregende Geschichten zu Ende. Dass man zusammen viel mehr zu stemmen vermag als allein, wird ihnen klar, wenn sie eigene Bildideen formulieren, sich zu Künstlergruppen zusammenschließen, gemeinsam malen und ihre Werke präsentieren.

Auf Ihr Kommen freut sich Anne Funck.

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Zirkus – Ein fantastisches Spektakel


Ob in Werken der Expressionisten, originellen Skulpturen des Autodidakten Hans Schmitt oder Hinterglasbildern und Laubsägearbeiten Lothar-Günther Buchheims selbst – die glamouröse Welt des Zirkus zieht sich wie ein roter Faden durch die Sammlungen des Museums der Phantasie. Lothar-Günther Buchheim war dem Zirkus leidenschaftlich verbunden, und in den Nachkriegsjahren, als Vergnügen und Ausgelassenheit von alltäglichen Sorgen und Pflichten übertönt wurden, begann er fröhliche Figuren zu sägen und Clowns auf Glas zu malen, die Schweine dressierten und allerlei Kunststücke einübten – inmitten der gefüllten Zuschauerränge ...

Manege frei! Die Zuschauer sind in Spannung, der Vorhang öffnet sich, Licht durchflutet das Zirkuszelt, und mit dem Trommelwirbel treten die ersten Zirkuskünstler auf: Biegsame Akrobaten, dann folgen schon die lustigen Clowns und elegante Dompteure, die ihre Nummern zur Schau stellen. Was bieten sie dar, wie sind sie gekleidet und wer gehört noch zum Zirkus? Anhand von bunten Bildern, afrikanischen Schnitzereien und fröhlichen Holzsägearbeiten beratschlagen wir, welche Zirkusnummern ein aufregendes Programm gestalten, wie man Tiere dressiert und welche Kostüme uns am besten gefallen. Und wenn die Zirkusreiterin ihre Nummer mit Bravour gemeistert hat, klatschen wir einen kräftigen Applaus. Wer will es auch einmal ausprobieren? Eingereiht zu sein im Pferdegalopp, Elefantenmarsch oder die Balance auf einem Seil zu halten ist manchmal gar nicht so einfach – doch Übung macht den Meister und eines ist sicher: In jedem von uns steckt ein Zirkuskünstler! Nach der Vorstellung des legendären Zirkus Buffi malen wir unsere Lieblingsnummer auf ein Zirkusbild, das wir mit selbstgeschnittenen Luftschlangen und Konfettis bekleben.

Ziel dieser Führung ist es, ausgehend von den Erfahrungen der Kinder, die kindliche Fantasie anzuregen und das komplexe Gefüge Zirkus samt seiner schillernden Seiten mit allen Sinnen zu erkunden. Bunte Geschichten, Such- und Bewegungsspiele sowie eigenes kreatives Gestalten machen den Museumsbesuch zu einem unvergesslichen zirzensischen Erlebnis.

Auf Ihr Kommen freut sich Anne Funck.

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Tapa & Co. – Wundern über die Südsee



Koe Kalauni - Das ist die Krone © Buchheim Museum 2009
Wer im Buchheim Museum die Treppe von der großen Expressionisten-Ausstellung zur völkerkundlichen Afrika- und Südseeabteilung heruntersteigt, kommt an einem riesigen, die ganze Wand ausfüllenden Stück Stoff vorbei. Eine Vielzahl von Kronen, Sternen, aber auch dem europäischen Auge völlig fremdartig anmutenden Muster sind aufgemalt. Oder sehen sie nicht zum Teil wie aufgestempelt aus?

Doch handelt es sich hier um keinen Wandteppich, denn zu zart und filigran ist das vermeintliche Textil. Ein näherer Blick bestätigt: Nein, keine Wolle und auch kein Garn ist hier verwoben, kein Faden versponnen. Eher sieht es aus wie Pflanzenfaser, hauchdünne Schichten davon. Ein Material, das Stärke erst durch die Verbindung mehrerer Lagen gewinnt ...

Aber woher stammt dieser überdimensionale Stoff? Wie nennt man ihn und welche Techniken muß man beherrschen, um etwas so Feingliedriges herstellen zu können?

Antworten auf diese Fragen sind auf einigen Inseln der Südsee zu finden.

Tonga, Samoa, Fidschi sind Namen, die in einer sogenannten globalen Welt wohl jedem schon untergekommen sind. Die Erfahrung lehrt, dass es oft immer noch bastberockte Mädchen sind, die einem als ewig wiederkehrendes Klischee präsentiert werden, wenn es um diese von uns aus gesehen entlegenen Gegenden der Welt geht.

Doch solche Klischees sind leicht zu widerlegen, und es ist eine durchaus spannende Angelegenheit, sich klarzumachen, dass andere Völker und Kulturen mit angeblich „primitiven“ Mitteln zu technisch nahezu unglaublichen und ästhetisch höchst bemerkenswerten Leistungen in der Lage sind, ohne dabei ihre Umwelt über Gebühr zu belasten.

Der tapa ngatu aus der Sammlung Buchheim, wie der oben angesprochene Rindenbaststoff auf seiner Herstellungsinsel Tonga genannt wird, bietet eine ideale Ausgangsbasis für den Einstieg in die Vielfalt „exotischer“ Welten. Er ist als Bilderhandschrift einer von unzähligen Kulturen Ozeaniens zu verstehen – und auch zu lesen.

Ziel der hier angebotenen Führung im Ausstellungsbereich „Südsee“ ist es, Spür- und Sichtweisen zu vermitteln, mit denen man sich fremden Kulturen souverän annähern kann. Das weckt Interesse. Und ein interessiertes, neugieriges und verständnisvolles Zugehen auf den „Anderen“ ist Voraussetzung für Toleranz und menschliches Miteinander.

Auf Ihr Interesse freut sich Dr. Robert Fin Steinle.

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Afrika: Ein Kontinent, viele Länder und noch mehr Kultur(en)



Wohnstätten für die Seele. Zwillingsfiguren der Ewe, Togo, mit Beispielen für ihre Bekleidung und Verwendung, © Buchheim Museum 2009
Der "schwarze" Kontinent ist in der europäischen Wahrnehmung oft noch Neuland, ein weißer Fleck trotz Internetzeitalter und virtueller Welt, in der man sich scheinbar überall hin bewegen kann. Manchmal ist es aber doch besser, sich an Originalschauplätze zu begeben. In diesem Fall muss man dazu nicht nach Afrika, sondern nur zum Starnberger See. Zu erfahren ist hier viel Neues jenseits gängiger Klischees vom "Hexenmeister mit der Voodoo-Puppe". Und das jeweils "face to face" mit einem passenden Originalobjekt.

Wozu setzt man sich eine Maske überhaupt auf? Warum leben die Toten weiter, ohne dass sich jemand gruseln muss? Wie löst man die Sache mit den Zwillingen, die zusammen nur eine einzige Seele haben? Warum sehen afrikanische Schnitzereien fast nie einem "wirklichen" Menschen richtig ähnlich? Und wieso darf ein Kunsthandwerker, der die schwierige Gusstechnik "in verlorener Form" beherrscht, keinesfalls vergesslich sein?

Ziel dieser Führung ist es, anhand von ausgesuchten Beispielen aus verschiedenen afrikanischen Kulturen Klischees zu widerlegen und so den Blick für die Wahrnehmung außereuropäischer Kulturen insgesamt zu schärfen. Denn erstes Wissen erzeugt Urteilsvermögen, das die Kompetenz zu selbstverständlichem und tolerantem Umgang mit Angehörigen fremder Kulturen ermöglicht.

Klar werden soll auch, dass es "den" Afrikaner nicht gibt, wohl aber viele Menschen- und Sprachgruppen, innerhalb derer jeder anders fühlt, denkt und handelt. Fast wie in unserem "richtigen" Leben…

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Im Zeichen der Farbe – Gemälde und Aquarelle der "Brücke"- Künstler



Erich Heckel, Der schlafende Pechstein, 1910, Leinwand, © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen
Nach der braun- und grautonigen Malerei des 19. Jahrhunderts entdeckten die "Brücke"-Maler Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein und Emil Nolde die Kraft der reinen, ungebrochenen und ungemischten Farbe. Sie befreiten die Farbe von der Aufgabe bloßer Gegenstandsbeschreibung und sahen sie als eigenständigen Ausdrucks- und Gestaltungswert. Durch die Gegenüberstellung kontrastierender Farben steigerten sie deren Intensität.

Vor den Gemälden und Aquarellen der "Brücke"- Mitglieder können mit den Schülerinnen und Schülern Charakteristika der "Brücke"-Malerei und der Anfänge des Expressionismus erarbeitet werden. Dabei können auch farbtheoretische Aspekte berührt werden bzw. kurze Exkurse in die Gewinnung von Farben heute und in vorindustrieller Zeit stattfinden.

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Der Holzschnitt der "Brücke" – Drucktechniken kennenlernen und erproben I



Erich Heckel, Holzschnitt, 1910
© Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen
Nachdem der Holzschnitt im 19. Jahrhundert vorwiegend zu Reproduktionszwecken genutzt worden war, entdeckten die "Brücke"-Maler dieses Hochdruckverfahren zu Beginn des 20. Jahrhunderts als eigenständiges künstlerisches Ausdrucksmittel wieder. Unter dem Eindruck des Holzschnitts der Inkunabelzeit entwickelten sie einen spezifischen Stil, bei dem die Linie und kontrastierende Flächen in Schwarz und Weiß das Bildgeschehen bestimmen, ein Prinzip, das auch ihre Malerei bestimmt. 

Zunächst werden in den Ausstellungsräumen Holzschnitte der "Brücke"-Künstler Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff betrachtet. Danach haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, in einem analogen Verfahren zu entwerfen und zu drucken.

Darüber hinaus wird Wissenswertes über Drucktechniken – Hoch-, Tief- und Flachdruck – und deren Geschichte vermittelt.

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Die Lithographie – Drucktechniken kennenlernen und erproben II

Das Steindruckverfahren – die Lithographie – wurde zwischen 1896-1898 von Alois Senefelder erfunden. Dabei wird mit fetthaltiger Kreide oder Tusche direkt auf Solnhofer Kalksteinplatten gezeichnet, die sich als einzige aufgrund ihrer wasseran- und fettabstoßenden Eigenschaften für dieses Druckverfahren eignen. Der Druck erfolgt mittels einer Lithopresse. Im Gegensatz zu den kantigen Strukturen und flächigen Schwarzweißwirkungen des Holzschnitt, charakterisieren die Lithographie weich fließende Linien und Halbtöne.

Neben Goya, Delacroix, Daumier, Toulouse-Lautrec und vielen anderen Künstlern der klassischen Moderne schätzten auch die "Brücke"-Künstler sowie Fernand Léger und Joan Miró die Lithographie. Besonders die leichte Handhabbarkeit kam ihrem Wunsch nach spontanen und unmittelbaren Ausdruck entgegen. Technisch ist die Lithographie allerdings sehr aufwendig. Bis an die 30 Schritte sind nötig, um den Stein für den Druck zu präparieren.   

Nach der Auseinandersetzung mit Lithographien der "Brücke"-Maler im Museum, wird das Flachdruckverfahren und der Druck an einer originalen Lithopresse erklärt und vorgeführt. Danach können die Schüler anhand eines vereinfachten Verfahrens selbst Steindrucke herstellen.

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Bilder und Sinnbilder – Parallelen von Malerei und Lyrik im Expressionismus

Das Gründungsdatum der Künstlergruppe "Brücke" vor 100 Jahren bezeichnet, in kulturhistorischem Kontext gesehen, den Entstehungsmoment einer neuen Kunst – neuer Formen, Themen und Methoden innerhalb der Malerei, Literatur auch der Musik. Dies war die Revolte, der Protest einer jungen Generation von Künstlern in ganz Europa, gegen die Saturiertheit des "Bürgertums", das Verlauten von Menschlichkeit und Sehnsüchten in dieser Epoche.

Es gab zu diesem Zeitpunkt so gut wie keine gegenstandsparallele Gestaltung mehr, die Künstler suchten antinaturalistische Ausdrucksformen. Picasso, Léger, Braque, Brancusi, Kirchner, Schmidt-Rottluff, Wedekind, Rilke, Trakl, Heym – sie formulierten die Zerrissenheit der Welt, des Ichs in ihrer je eigenen künstlerischen Sprache. Worauf es in der Malerei ankam, den Ausdruck innerer Notwendigkeit als grundlegend kreativen Impuls, das findet sich auch in der Dichtung. Sowohl in der Malerei als auch in der Lyrik geschieht dieses grelle Ausleuchten von signifikanten Situationen, persönlichen, gesellschaftlichen. Sowohl in der Malerei als auch in der Lyrik wiederholt sich das Zerreißen von Raumgefügen – scheinbar feste, konstante Sinnzusammenhänge werden auseinandergenommen und nach inneren Gesetzen neu geordnet. Wirkungslinien und Strukturen werden nach eigenen Rhythmen verfolgt, um neue zeitgemäße Eindringlichkeit zu erreichen.

Diese Führung wird die parallelen Neuerungen des Stils und der Ausdrucksformen in Malerei und Lyrik nachvollziehbar machen. Georg Trakls flackernde, schwermütige Lyrik lässt Emil Nolde aufscheinen, die wildgrotesken Visionen Georg Heyms finden sich bei Kirchner wieder, der sezierende Blick Gottfried Benns hat seine Parallelen in graphischen Blättern Max Beckmanns.

Die Sammlung Buchheim gibt, besonders in ihrer gegenwärtigen Präsentation, anschauliche Beispiele dafür, wie Gefühle – mystische, erotische, religiöse Impulse simultan und parallel Thema der Lyrik sind und als visuelles Erleben in Malerei und Graphik eindringliche Interpretation einer Wirklichkeit sein können.

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Einklang von Kunst und Natur – Das Buchheim Museum – Sammlungen – Architektur – Landschaft und Park

Die von Museumsgründer Lothar-Günther Buchheim angestrebte Symbiose von Kunst und Natur konnte durch die Errichtung des Museums im Höhenrieder Park unmittelbar am Ufer des Starnberger Sees in idealer Weise verwirklicht werden.

Viele Stücke der Buchheim’schen Sammlungen wie ein Großteil der Kunst-, Kult- und Alltagsobjekte der Afrikaner und Südseevölker oder "Dittis (Diethild Buchheims) Blätterbilder" und Assemblagen sind aus Naturmaterialien gemacht oder thematisieren das Verhältnis von Mensch und Natur, vorrangig Bildmotive der "Brücke"-Maler. Günter Behnisch hat für die Buchheim’schen Sammlungen eine Architektur geschaffen, die nicht nur deren Vielfalt reflektiert, sondern auch ihren intensiven Naturbezug, und zugleich See, Park und umgebende Landschaft als gestalterische Elemente in das Museumsgebäude einbezieht.

Nach einem Rundgang durch die Sammlungen und das Museumsgebäude unter dem Aspekt "Kunst und Natur", geht’s hinaus in den Park mit altem Baumbestand, den "Mississippiteichen" und Streuwiesen. Dort werden die Entstehung der glazialen Landschaft und die Geschichte des auf englische Vorbilder zurückgehenden Landschaftsparks angesprochen und die dort heimischen Bäume und Pflanzen näher betrachtet.

Im Herbst bietet sich ein Workshop mit gepressten Blättern an.

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