Der schlafende Pechstein

Erich Heckel, 1910, Leinwand

© Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen · Eine Seite zurück



Der schlafende Pechstein, Erich Heckel, 1910, Leinwand<br/>© Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen

Das Gemälde "Der schlafende Pechstein" malte Erich Heckel im Sommer 1910 im friesländischen Dangast, das am Jadebusen, also an der Oldenburgischen Nordseeküste liegt. Heckel und auch Karl Schmidt-Rottluff verbrachten dort seit 1907 die Sommermonate. Die abwechslungsreiche Landschaft mit Moor, Marsch, Geest und Wattenmeer und ihre Menschen spielen im Werk der beiden Maler eine wichtige Rolle.

Im Sommer 1910 kam auch Max Pechstein für einige Wochen nach Dangast. Heckel malte den jungen Maler, der in einem Liegestuhl eingeschlafen ist, im Garten seines Wohnsitzes. Typisch für Heckels Schaffen um 1910 sind die perspektivischen Verkürzungen, die aus der extremen Körperhaltung resultieren. Das warme leuchtende Rot von Gesicht, Hemd und Erde, das damit kontrastierende Grün der Vegetation und die wenigen Farbflecken in serenem Blau assoziieren einen heiteren, glühend heißen Sommertag. Die ungestüme, großzügig niedergeschriebene Malerei, die nebeneinandergesetzten Farbflächen und die schwarzen Konturen charakterisieren den reifen Stil der Maler, die sich 1905 in Dresden zu der Künstlergemeinschaft "Brücke" zusammengetan hatten.