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Volks- und Völkerkundliches

Der Entdecker Buchheim


Holzfiguren von Hans Schmitt, © Sammlung Buchheim


Papierschnitt aus Foshan, © Sammlung Buchheim

Das Auge des Malers Buchheim hat dem Sammler immer neue Bereiche entdeckt und eröffnet: Nach der französischen Moderne und den Expressionisten begann sich Buchheims Augenmerk auf Volkskunst und Völkerkundliches zu richten. Dabei fasziniert ihn, der selber nach dem Krieg in Feldafing Hunderte von Hinterglasbildern und Spielzeugfiguren schuf, das handwerkliche Können ebenso wie die schier unendliche Formenvielfalt und die Unerschöpflichkeit menschlicher Kreativität.

Die „Wiesenpfade der Kunst“, so Buchheim , hätten ihn manchmal mehr interessiert als die ausgetretenen Hauptwege. Das Buchheimsche Museumskonzept will dem Besucher nicht nur das Gesamtkunstwerk eines sammelnden Malers vor Augen führen. Die Zusammenschau soll darüber hinaus anschaulich machen, daß die Entwicklung der Moderne wesentliche Anregungen durch Volkskunst und Völkerkundliches erfuhr: Den Brücke-Malern wie auch Picasso waren afrikanische und ozeanische Masken und Skulpturen eine wichtige Inspirationsquelle, die Künstler des Blauen Reiter setzen sich auf ihrem Weg zur Abstraktion mit Hinterglas- und Votivbildern, Kinder- und Dilettantenzeichnungen, Asiatica und ägyptischen Schattenspielfiguren auseinander.

Das bescheiden als „Nebensammlungen“ bezeichnete Kaleidoskop volks- und völkerkundlicher Stücke umfasst Hinterglasbilder, Jugendstilvasen, Karusselltiere, an die dreitausend Paperweights (gläserne Briefbeschwerer), unüberschaubare Mengen von populärer Druckgraphik, Bauernschränke, Porzellan, Keramik, Glas,Textilien und Schmuck aus aller Welt, Skulpturen, Masken und Kultgegenstände aus Afrika, indonesisches Schattenspiel, chinesische Tuschzeichnungen, japanische Holzschnitte, Plakate und vieles andere mehr. Und Arbeiten von Autodidakten: von dem virtuosen Holzbildhauer Hans Schmitt, dem Bauernmaler Max Raffler, dem Bauchredner Muskat oder dem Pariser Hector Trotin.

Auf einen einfachen Nenner lässt sich dieses einzigartige, von Buchheim installierte Szenario nicht bringen, wenngleich seine Begeisterung für ausdrucksstarke und farbintensive Arbeiten, für aufwändige handwerkliche Techniken sowie die vielfältigen Formen von Alltags- und populärer Kunst gangbare Wege durchs Chaos andeutet.