Die japanischen Farbholzschnitte der Sammlung Buchheim und ihre ost-westlichen Bezüge

Ein Lichtbildervortrag von Dr. Irene Wegner am 24.03.2013

Sonntag, 24.03.2013, 14.30 Uhr, Buchheim Museum

Parallel zu diesem Vortrag können Ihre Kinder eine Lesung japanischer Märchen besuchen.

Die Teilnahme ist im Eintrittspreis für das Museum enthalten.

Pressemeldung, 20.02.2013


Utagawa Kunisada (1786-1865), Dame mit Schirm im Schnee © Buchheim Museum

Lothar-Günther Buchheim nahm deutlich die revolutionären Impulse wahr, die Japan auf die Entwicklung der modernen europäischen Kunst seit dem späten 19. Jahrhundert ausgeübt hatte: die Abwesenheit der Zentralperspektive mit ihren strikten Kompositionsregeln, die Betonung des Flächenhaften, eine strahlende, schattenlose Farbigkeit und ausdrucksstarke Konturzeichnungen. Buchheim vollzog diese Faszination nach und begann in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts gezielt japanische Farbholzdrucke zu sammeln, die nun – zusammen mit einigen Werken des europäischen Japonismus - erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.   

Dr. Irene Wegner, Ostasien-Kunsthistorikerin und Gastkuratorin der Sonderausstellung „Wilde Kämpfer, Dämonen & Geishas in japanischen Landschaften. Farbholzschnitte Ukiyo-e der Sammlung Buchheim“, die bis zum 7. April 2013 im Buchheim Museum in Bernried am Starnberger See gezeigt wird, gibt einen Überblick über die Schwerpunkte dieser bedeutenden Japansammlung. Neben einigen berühmten Landschaftsbildern, Frauendarstellungen und Schlachtenszenen stehen im Zentrum die großen Serien der Maler Utagawa Kunisada (1786-1865) und Utagawa Kuniyoshi (1798-1861), die vor dem Hintergrund der beiden bekannten Landstraßen von Edo nach Kyoto Porträts berühmter Kabuki-Schauspieler und sehr lebendige dramatische Szenen aus Literatur und Legendenwelt wiedergeben. Dabei wird deutlich, dass auch japanische Künstler in der Mitte des 19. Jahrhunderts trotz der Isolierung ihres Landes entscheidende malerische Impulse aus dem fernen Europa aufgenommen hatten. Ebenso klar zu erkennen ist, wie der japanische Holzschnitt sich inzwischen von seinen chinesischen Vorläufern entfernt hatte, ja völlig andere Ziele verfolgte und Zielgruppen ansprach als dieser.

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