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Otto Mueller

Liebau/Schlesien 1874 - 1930 Breslau

In der Brücke-Gemeinschaft nahm Otto Mueller durch seine stille Art eine Sonderstellung ein. Das Heftige, Aggressive, Proklamatorische fehlt bei ihm ganz. Die Bilder der Gefährten sind bis zum gewissen Grade auch noch 1910, dem Jahr, in dem Otto Mueller der Künstler-gemeinschaft beitrat, durch ihren herausfordernden Ton gekennzeichnet. Otto Mueller hat sich zwar der Gemeinschaft eingefügt, er blieb aber mit seinem Werk abseits. Er erscheint nachdenklicher, verträumt und in sich gekehrt, nicht um laute Wirkung bemüht. Das Urwüchsige, Robuste, bisweilen Barbarische der Freunde ist ihm wesensfremd. Er hat kein ungestümes Temperament, sondern ist ganz Gelassenheit - ein seltsamer, von Geheimnis umwobener, dem Magischen zugeneigter Mensch -, der Außenseiter der Gruppe. Die Leimfarbentechnik gibt den Bildern Muellers ein eigenes Gepräge. Sie erfordert große Erfahrung und genaues Abwägen der Töne, da diese sich beim Trocknen, im Gegensatz zur Malerei mit Ölfarben, sehr verändern. Otto Mueller nahm diese Schwierigkeit in Kauf und gewann dafür immaterielle Reize, das Duftige, Gedämpfte, Freskenhafte, das der Leimfarbenmalerei eigen ist (und das nicht mit der zum Speckigen und Zähen neigenden Ölfarbe erreicht werden kann). In dieser Technik fand er das geeignete Medium zum Ausdruck seiner Bildvorstellungen, in denen sich Anmut, Sinnlichkeit und stilisierte Formung verbinden.

L.-G. Buchheim, 1956

BRÜCKENSCHLAG: GERLINGER – BUCHHEIM!: Die Sammlung »Die Maler der Brücke« von Hermann Gerlinger kommt ins Buchheim Museum