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Das Museum der Phantasie ist nun Wirklichkeit

ZDF - Aspekte Sendung vom 18.05.2001

Pressespiegel

Lothar-Günther Buchheim hat gepoltert, getrotzt, gekämpft. Jetzt hat er es geschafft: Sein Lebenswerk, das "Museum der Phantasie", wird am 23. Mai feierlich eröffnet. Ministerpräsident Edmund Stoiber lädt zum Staatsempfang. Kunstliebhaber, Politiker und Presseleute pilgern nach Bernried am Starnberger See, dorthin - so meint zumindest Buchheim -, wo es in Bayern am schönsten ist.

Erfüllung eines Lebenstraums

Lothar-Günther Buchheim ist ein umstrittener Mensch. Wo er auftaucht, gibt es laute Töne. Der 83-jährige Kunstsammler und Autor des Welterfolgs "Das Boot" liebt das Granteln, das Anecken. Provokation ist seine Leidenschaft. "Sesselfurzer" oder "Gulli-Ratten" sind nur zwei der Koseworte, die er den Menschen gab, die seine Museumsträume - vergeblich - durchkreuzten. Mit "Kotzbrocken" oder "Poltergeist" betitelten die Nachbarn im Städtchen Feldafing im Gegenzug den alten Buchheim, dessen Museum sie partout nicht haben wollten. 30 Jahre lang ging der Streit um das "Museum der Phantasie" - jetzt steht es da in voller Pracht.

Ein Weltenbummler packt aus

Hier will Buchheim seine geliebten Sammlerstücke ausstellen. Gesucht hat sie der Globetrotter auf der ganzen Welt. Es sind jedoch nicht nur Kunstwerke, die im Museum der Phantasie ihren neuen Platz finden. Auch Buchheims Erinnerungen, seine Erlebnisse, seine ganz persönliche Geschichte, macht er nun mit Sammlerstücken öffentlich. Bisher schmückten die Werke Buchheims Zuhause - jahrzehntelang lebten er und seine Frau Ditti damit. Jetzt hat sich das Haus geleert, Stück für Stück wurde von Arbeitern hinausgetragen.

Brillanter Kunstschatz

Buchheims Expressionisten-Sammlung ist weltberühmt, sie wird auf mehr als 200 Millionen Mark geschätzt. Den Grundstock dafür legte er schon in den 50er Jahren. Im Zentrum stehen Werke der Maler Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Emil Nolde und Otto Mueller, die zur Künstlergemeinschaft "Brücke" (1905-1913) gehörten. Auch Max Beckmann und Christian Rohlfs sowie Aquarelle und Grafiken von Otto Dix sind vertreten. Die intimeren Räume der beiden mehrstöckigen "Türme" sind für die volks- und völkerkundlichen Sammlungen und die eigenen Arbeiten Buchheims - jawohl, auch die gibt es -reserviert.

"Ein Fest für's Auge"

In seinem Museum möchte Buchheim die Künste wieder zusammenführen. "Bei mir werden Kunst, Volkskunst und Völkerkunde wieder eine Einheit - so wie es früher einmal war", betont er. "Wir wollen ein Fest für's Auge und didaktisch sein, ohne das Maul aufzumachen." Deswegen möchte er auch keine "blöden Schilder" haben, dafür aber einen Katalog.

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