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Schöne alte Welt

Weilheimer Tagblatt vom 13.08.2002

Pressespiegel

Es blüht im Keller des Buchheim Museums: Grüne Wiesen, bunte Tiere, herrliche Dörfer, lustige Menschen... Da ist - ganz anders als in den Expressionistensälen darüber - nichts schwer, alles schön. Einem Außenseiter, einem Abseitigen der Kunstszene, einem Bauern ist bis Herbst eine Sonderschau im Graphikkabinett des munteren Museums gewidmet: Max Raffler (1902-1988), dem berühmten Bauernmaler vom Ammersee. In einer Ausstellung, die nirgends besser passte als eben dort, in diesem Miteinandermuseum von ganz Großem und ganz Entzückendem, von Rang und Kuriosität.

Rafflers Kunst, erst spät als Kunst entdeckt - der Bauern- (und Bürgermeister-) Sohn aus Greifenberg konnte bis in seine Sechziger nur abends und sonntags malen, nach der Hofarbeit, kaum wahrgenommen, und wenn denn wahrgenommen, so eher belächelt - Rafflers Kunst lässt sich mit vielen Adjektiven bezeichnen, die Künstlern nicht zwangsläufig schmeicheln: Sie ist zutiefst liebenswürdig, bezaubernd einfach, immer hübsch. Naiv eben. Raffler, nach Entdeckung durch einen Arzt und Förderung durch einen Professor plötzlich ein international gefragter Künstler, gehört zu den wichtigsten naiven Malern Deutschlands. Der frühere Dießener Dekan Winterholler ließ ihn für die neue Windacher Kirche "Maria am Wege" malen, in Dießen ist heute eine Sammlung von Rafflers Werken dauerhaft beim Marienmünster zu sehen.

Auch die Werkschau in Bernried - Buchheim besuchte Raffler öfters, sehr schöne Fotos des stillen, malenden Bauern, die dabei entstanden, sind nun mit ausgestellt - ist durchaus groß angelegt. Rund 50 Exponate zeigen Max Raffler als staunenden Beobachter von Tier- und Dorfleben, von bäuerlichem Alltag und Sonntag, von Frömmigkeit und Tradition. Nie stimmen auf den farben- und auch sonst frohen Aquarellen die Perspektiven und Proportionen, immer aber nimmt die Seele dieser Werke, die ihnen eigene Kraft und Sensibilität gefangen. Voller Liebe zum Detail erzählt der Bauernmaler Bild-Geschichten von einer versinkenden, ach eher schon versunkenen Welt. Schlimm eigentlich, dass ihr Platz nun im Museum ist.

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