CHINA-Filmreihe im Buchheim Museum

Jürgen Lehmann: Vom einfachen Leben - 3 x CHINA

Pressemeldung, 23.06.2005

Das Buchheim Museum freut sich, im Rahmen der Ausstellung CHINA - Aus Buchheims Kunst- und Wunderkammer (bis 30. Oktober 2005) drei Dokumentarfilme des Bavaria-Produzenten Jürgen Lehmann an drei Sonntagen zeigen zu können:

Fischer und Bauern am Li-Fluß
Sonntag, 3. Juli 2005, 11 Uhr

Oasenbauern und Hirten in der Taklamakan
Sonntag, 25. September 2005, 11 Uhr

Tibet - Die Götter leben noch
Sonntag, 23. Oktober 2005, 11 Uhr

Einführung: Jürgen Lehmann. Nach den Filmaufführungen besteht Gelegenheit zu Gesprächen mit dem Filmautor.

Im Anschluß werden chinesische Spezialitäten angeboten (Phoenix im Buchheim Museum).

Um 13.30 Uhr beginnt eine Führung durch die Buchheim'sche China-Ausstellung und die Sonderausstellung 100 Jahre Künstlergemeinschaft "Brücke" mit Dr. Clelia Segieth.

Teilnahmegebühr an einem Sonntagstermin pro Person EUR 15,- (Filmvorführung mit Jürgen Lehmann, chinesische Spezialitäten, Führung, Museumseintritt), nur
Filmaufführung: EUR 5,-

Kartenvorverkauf und Information: Tel.: 08158/997050.

Wir freuen uns über Ihr Kommen!

Dr. Clelia Segieth
Kuratorin des Buchheim Museum

Wir danken Bavaria Film


Jürgen Lehmann zu seinen China-Filmen

Vom einfachen Leben - 3x China

Wenn heute über China berichtet wird, dann ist es zumeist nur das China mit dem atemberaubenden Wirtschaftswachstum. Mit Wachstumsraten, die wir neidvoll bewundern, die aber auch Ängste wecken, daß wieder einmal der "Untergang des Abendlandes" bevorstehen könnte.

Aber die glitzernden Hochhausfassaden und der rasende Verkehr auf den Stadtautobahnen von Shanghai, Hongkong und Beijing verstellen leicht den Blick auf das andere China.

Noch immer und noch für lange Zeit lebt die große Mehrheit der 1,3 Mrd. Chinesen nicht in den modernen Großstädten, sondern im ländlichen "Alten China". Dieses Alte, mit der Lebenswirklichkeit seiner Menschen, gehört zur Realität Chinas.

Natürlich vollzieht sich auch in dieser Realität allmählich ein Wandel, doch Wandel bedeutet nicht immer nur Abriß und Zerstörung, sondern Veränderung von Altem zu etwas Neuem.

In unseren Filmen begegnen wir Menschen, in deren Lebensraum das Alte noch Bestand hat, aber der Wandel bereits spürbar wird. Die Filme sind kein Schwanengesang auf eine verlorene Welt, die bei westlichen Besuchern gerne romantische Gefühle der Wehmut entstehen läßt, sie konservieren nur Bilder einer Lebensform, die wahrscheinlich in nicht allzu ferner Zeit nicht mehr zu finden sein wird ...


Fischer und Bauern am Li-Fluss

Eine der schönsten Landschaften der Erde sind die Berge und Täler am Li-Fluss im Süden Chinas. Tausende Touristen aus aller Welt kommen jedes Jahr, wenn in Guilin die Zimtbäume blühen, dorthin. Meist nur für einen Tag, für eine Fahrt mit dem knatternden Touristenboot den Li-Fluss hinab und mit dem Bus wieder die Straße hinauf.

Long Shi, an einer Biegung des Flusses unter der steilen Felswand der "neun Pferde" gelegen, ist in keinem Reiseführer erwähnt und auf keiner Landkarte zu finden und noch nie von Touristen betreten worden. Die hundert Familien, die hier leben, sind Reisbauern wie die vielen Generationen vor ihnen, und auch ihre Lebensformen haben sich nahezu unverändert erhalten. Bis auf eine ganz entscheidende Veränderung ist ihr Alltagsleben nicht viel anders als das ihrer Vorfahren: diese waren fast ausnahmslos armselige Leibeigene oder ausgebeutete Pächter eines Grundherren, ihre Eltern und sie selbst noch Kollektivwesen der landwirtschaftlichen Kommune, aber heute sind sie Besitzer des Landes, das sie bearbeiten und Eigentümer ihrer Häuser. Vielleicht arbeiten sie heute sogar mehr als früher, aber sie sehen einen Sinn darin. Sie tun es für sich, für ihre Familie.

Für den flüchtigen Betrachter, der aus dem Westen kommt, ist Long Shi ein Paradies, in dem zwar hart gearbeitet wird, die Menschen aber zufrieden sind. Es geht ihnen besser als je zuvor - Hungersnöte gehören der Vergangenheit an und sie glauben an ihre Zukunft.

Doch auf dem Paradies liegt ein Schatten, er liegt auf der ganzen chinesischen Landwirtschaft: zu wenig Boden, der landwirtschaftlich nutzbar ist, und eine ständig wachsende Bevölkerung. Ein Problem, dessen Lösung im Ungewissen liegt.

Von der Familie Su in Long Shi erzählt unser Film, vom Leben einer chinesischen Bauernfamilie mit vier Generationen unter einem Dach. Und er erzählt von den Fischern, die noch mit Kormoranen am Li-Fluss fischen - eine Kunst, die durch die zunehmende Wasserverschmutzung zum Aussterben verurteilt ist.


Oasenbauern und Hirten in der Taklamakan

Von der Taklamakan hörte man in Europa zum ersten Male als Marco Polo von seiner langen China-Reise nach Venedig zurückkehrte. Das war 1298. Neue Nachrichten gab es erst 600 Jahre später in Sven Hedins abenteuerlichen Reiseberichten. Danach galt diese Region der Erde wieder für mehrere Jahrzehnte als unzugänglich, und auch heute noch ist die Zahl der Touristen, die sich dorthin begeben, sehr gering.

Die Taklamakan ist die größte zusammenhängende Sandwüste der Erde: ca. 900.000 Quadratkilometer, so groß wie die Fläche von Deutschland und Frankreich zusammen. Sie liegt im Tarimbecken in der chinesischen Provinz Xinjiang im Nordwesten Chinas, eingeschlossen von den gewaltigen Gebirgsketten des Tian Shan, des Pamir, Kunlun- und Altun-Gebirges.

Der Film erzählt vom Leben in der kleinen Oase Upilat, von den Bauern und Kamelhirten, von ihren Versuchen Neuland zu gewinnen und sich gegen den Sand der Wüste zu behaupten. Er berichtet vom größten Bazar des Orients, dem Sonntagsbazar von Hotan, von Jade und Seide, den Schätzen, die einst von hier mit den Karawanen auf der Seidenstraße nach China und in den Mittelmeerraum gelangten.


Tibet - Die Götter leben noch

Tso Ngombo, der Blaue See, so nennen ihn die Tibeter und Koko Nor nennen ihn die Mongolen. Er ist der größte See Chinas, im NO des tibetischen Plateaus in 3.200 m Höhe gelegen.

An seinem westlichen Ufer, wiederaufgebaut auf den Trümmern, die nach der Kulturrevolution vom alten Kloster übriggeblieben waren, liegt das neue Garla Gompa. Mehr als 100 Mönche leben hier, Kinder zumeist, die vom Geshe, ihrem Lehrer, in den heiligen Texten des tibetischen Buddhismus unterwiesen werden. Die jungen Mönche kommen aus den Nomadenfamilien, die ihre Yaks und Schafe auf den weiten Hängen der Gebirge weiden, die den See umgeben.

Aus den in früheren Zeiten gefürchteten Räubern vom Koko Nor sind gastfreundliche Tierzüchter geworden. Von ihrem Leben und vom Leben im Kloster erzählt dieser Film.



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Mit dem Schiff ins Museum und Mondschein-Fahrten 2019 Serviceinfos und Termine

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