Karl Schmidt-Rottluffs »Norwegische Landschaft« strahlt wieder wie am ersten Tag
Eines der Hauptwerke der Sammlung Buchheim konnte im Vorfeld unserer Ausstellung AUFRUHR DER FARBEN. KARL SCHMIDT-ROTTLUFF UND DAS ERBE DER »BRÜCKE« konservatorisch bearbeitet werden. Die Maßnahme führte die Münchner Restauratorin Catrin Paul durch.
1911 lud die Hamburger Mäzenin Bertha Rohlsen (1852–1928) den Künstler Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976) zu einem Malaufenthalt in ihre Villa im norwegischen Lofthus am Hardangerfjord ein. Einen Monat verbrachte Schmidt-Rottluff im hohen Norden und ließ sich von der ungewohnten Landschaft zu einigen seiner schönsten Werke inspirieren. Auch die »Norwegische Landschaft (Skrygedal)«, die Lothar-Günther Buchheim (1918–2007) 1948 erwarb, entstand in dieser Zeit.
Seitdem wurde das Gemälde vielfach gezeigt: zunächst hing es im Wohnhaus der Familie Buchheim in Feldafing, später wurde es als langfristige Leihgabe in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ausgestellt. Es war Teil der zehnjährigen Welttournee der Sammlung Buchheim und ist seit 2001 regelmäßig im Buchheim Museum zu sehen oder als Leihgabe in anderen Museen unterwegs.
Nun war eine umfassende konservatorische Maßnahme dringend notwendig. Die Leinwand war in der Vergangenheit mehrfach ab- und wieder aufgespannt worden, sie war verrutscht und musste an den Rändern stabilisiert sowie neu auf dem historischen Keilrahmen befestigt werden.
Zudem waren Teile der Oberfläche zu einem unbekannten Zeitpunkt mit Firnis überzogen worden — vermutlich, um einen gleichmäßigeren Glanz oder zusätzlichen Schutz zu erzielen. Dies entsprach jedoch nicht der Vorstellung des Künstlers. Wie die anderen Maler der »Brücke« bevorzugte Schmidt-Rottluff eine matte, zugleich leuchtende Farbwirkung. Über die Jahrzehnte war der Firnis nachgedunkelt, außerdem hatten sich Staub und Schmutz auf der Oberfläche abgelagert.
Während der zweimonatigen Restaurierung löste Catrin Paul das Gemälde zunächst vom Keilrahmen. Dieser wurde neu zusammengesetzt und mit den vorhandenen Keilen stabilisiert. In sorgfältiger Kleinarbeit entfernte die Restauratorin später aufgetragenen Firnis, Staub und Schmutz und besserte zahlreiche Farbausbrüche aus.
Nun erstrahlt die »Norwegische Landschaft« wieder in frischer Farbigkeit — so, wie sie einst das Atelier von Karl Schmidt-Rottluff verlassen hat.
Besuchen Sie die Ausstellung und überzeugen Sie sich selbst!
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Karl Schmidt-Rottluff, Norwegische Landschaft (Skrygedal), 1911 © VG Bild-Kunst, Bonn, 2026; Foto: Catrin Paul

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