In neuem Licht

Die LED-Beleuchtung in den Ausstellungssälen

Seit Oktober 2017 erstrahlen die Kunstwerke in den großen Ausstellungssälen des Buchheim Museums im neuen Licht. Zuvor wurde mit Halogenstrahlern beleuchtet. Nun wurde aus wahrnehmungsästhetischen und ökologischen Gründen auf LED-Strahler umgestellt, von denen 160 Stück gekauft wurden.

I. Wahrnehmungsästhetische Gründe

Der Mensch kann Lokalfarben nur sehen, wenn die Lichtquelle die entsprechenden Farbanteile enthält. Bei Halogenleuchten liegen die Wellenlängen überwiegend im warmen Gelb- und Rot-Bereich-Bereich. Vorteil dieser Lichtquelle ist, dass der Seheindruck als angenehm und warm empfunden wird. Sie liefert die Lichtfarben des Sonnenuntergangs. Nachteil der Lichtquelle ist, dass Wellenlängen im Blau-Bereich kaum enthalten sind. Dies bringt für die Museumspräsentation entscheidende Mängel mit sich:

1) Der Blauanteil der Gemälde kann mit Halogenleuchten nicht gut gesehen werden. Dieser Nachteil wirkt bei den mit reinen Farben arbeitenden Expressionisten besonders schwer. Ihre Bilder können im Halogenlicht nicht adäquat wahrgenommen werden. Blau und Grün wirken wie Grau und Braun. Ach die Kontraste zu den Rot, Orange und Gelb kommen somit weniger zur Geltung.

2) Aus konservatorischen Gründen werden Ölgemälde mit Lichtstärken zwischen 150 und 300 LUX belegt. Dies entspricht einer Lichtstärke, wie sie in der Natur nur in der Abenddämmerung nach dem Sonnenuntergang vorkommt. Wir können zwar noch gut sehen, jedoch stellt sich der Organismus in dieser Lichtstärke auf den Ruhemodus um. Besteht dieses geringe Licht noch, wie bei den Halogenstrahlern, zum größten Teil aus warmem Licht, verdoppelt sich der Ermüdungseffekt. Die Umstellung auf LED ermöglicht eine Ausweitung des Farbspektrums in den blauen Bereich hinein. Damit kommt das LED-Licht dem überwiegend kalten Tageslicht weitaus näher als das Holgenlicht. Nur so können die Gemälde adäquat in ihren Farbkontrasten wiedergegeben werden, und der Besucher bleibt wach und interessiert.

3) Insbesondere bei älteren Menschen – einer bedeutenden Zielgruppe jeden Museums – ist ein hoher Blauanteil im Licht von großer Bedeutung, da die Fähigkeit, blaues Licht wahrzunehmen, mit dem Alter abnimmt. Doch auch für junge Menschen gilt: Wer einmal Gemälde in kaltem LED-Licht gesehen hat, möchte ihnen nicht wieder im Halogenlicht begegnen.

Fazit: Der Unterschied zwischen Halogenlicht und kaltem LED-Licht ist derselbe wie zwischen Tag und Nacht.

II. Ökologische Gründe

Mit dem Ziel, Treibhausgasemissionen zu senken, fördert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen des Energiekonzepts von 2010 Kulturinstitutionen, die ihr Beleuchtungssystem von konventioneller Halogen- auf LED-Beleuchtung umstellen. Für die Förderung müssen im Wesentlichen folgende beiden Bedingungen erfüllt werden:

1) Die Investition muss sich, ohne Fördermittel mitgerechnet, mindestens innerhalb von 20 Jahren durch eingesparte Finanzmittel für Energie amortisieren.

2) Es muss ein mindestens 50%-iger Einspareffekt durch die Umstellung erzielt werden. Durch museumsübliche LED-Strahler ließen sich die gewünschten Einsparungen und Amortisierungen erzielen.

Der Antrag des Buchheim Museums auf Förderung der Umstellung erfüllte diese Kriterien und wurde bewilligt. Der Kauf der LED-Anlage wurde mit 30% der Kosten gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

SUTEMI KUBO. MEINE BRÜCKE: 23. Juni bis 23. September 2018