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BUCHHEIM 100

Lothar-Günther Buchheim zum 100. Geburtstag

Ausstellung vom 17. März bis 1. Juli 2018

Pressemeldung, 05.01.2018


Ausstellung und Begleitbuch befassen sich biografisch dem Künstler, Autor, Verleger und Sammler Lothar-Günther Buchheim. Der Schwerpunkt wird auf Buchheims berühmtestes Werk »Das Boot« gelegt. Hier sind zum Teil sensationelle Neuentdeckungen zu den tatsächlichen, historischen Begebenheiten an Bord von U96 und aus dem Leben des Kriegsberichters Buchheim Thema. Es soll jedoch auch ein weiter greifender Rahmen gesteckt werden, der Buchheims Lebenslauf als paradigmatische deutsche Biografie des zwanzigsten Jahrhunderts verständlich macht und zugleich die großen menschlichen Fragen der Verführbarkeit, der Angst und der Schuld nahe bringt. Buchheim stand den Nazis eigentlich nicht nahe, wurde aber doch von der Faszination des Krieges ergriffen, machte mit, sogar an der vordersten Linie der Propagandakompanie, bereute und bewältigte sein Trauma durch Aufarbeitung und kulturelles Engagement für ein offenes, liberales und demokratisches Deutschland. Die Ausstellung soll insgesamt vier Kapitel erhalten, die jeweils eine autobiografisch inspirierte Publikation Buchheims und ein Schiff in den Mittelpunkt stellen:

1) Rund um ein original erhaltenes Faltboot aus den 1930er-Jahren aus Buchheims Nachlass soll an den jungen, außergewöhnlich wissbegierigen, tatendurstigen und hochbegabten jungen Mann Buchheim erinnert werden, der die Welt kennenlernen und Grenzen erfahren wollte. Als 20-Jähriger hatte Buchheim mit dem Boot eine Reise auf der Donau gemacht und die Erlebnisse in dem Buch »Tage und Nächte steigen aus dem Strom« festgehalten.

2) Das Hauptkapitel besteht aus einer frisch recherchierten, historisch-kritischen Teilbiografie über Buchheim in den Jahren des Zweiten Weltkriegs. Nach intensiver Auswertung von bislang unentdecktem Archivmaterial und durch Zeugenbefragungen können hier nun erstmals die historischen Hintergründe zu Buchheims Romanen »Das Boot« und »Die Festung« rekonstruiert werden. Außerdem werden spannende Enthüllungen zu Buchheims Aktivitäten als Autor und Maler im Dienste der Nazi-Propaganda in diesem Kapitel dargelegt. Das Schiff dieses Lebensabschnitts ist selbstverständlich U 96.

3) Das dritte Kapitel ist Buchheims Verarbeitung der Kriegserlebnisse in den Jahrzehnten danach gewidmet. Es kulminiert in dem Zwist zwischen Heinrich Lehmann-Willenbrock und Buchheim. Exemplarisch hierfür steht das Nuklearschiffs »Otto Hahn«, auf dem Buchheim und Lehmann-Willenbrock die Kriegserlebnisse gemeinsam reflektierten, sowie Buchheims dritter autobiografischer Roman »Der Abschied«.

4) Im Verlauf seines Lebens hat sich Buchheim immer wieder mit seiner Beteiligung als Marinemaler und Kriegsberichter an den Gräueltaten der Nazis auseinandergesetzt. Sein im Bau des Buchheim Museum der Phantasie gipfelndes kulturellen Engagement ist als Zielpunkt dieser jahrzehntelangen Aufarbeitung zu verstehen. Das »Schiff« dieses Kapitels ist das Museumsgebäude von Günter Behnisch, das sich wie ein Ocean Liner in den Starnberger See schiebt.

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3sat besuchte mit Marianne Sägebrecht das Museum Sehen Sie sich den Beitrag im 3sat-Archiv an

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