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Wundern über die Südsee - Von Rindenstoff und Ahnenkult

Führung am Sonntag, 29.11.2009 um 11 Uhr

Führung durch die Südsee-Abteilung und eine neue Dokumentations-Ausstellung mit Dr. Robert Fin Steinle am Sonntag, 29.11.2009 um 11 Uhr.

Pressemeldung, 10.11.2009

Wer im Buchheim Museum die Treppe von der großen Expressionisten-Ausstellung zur völkerkundlichen Afrika- und Südseeabteilung heruntersteigt, kommt an einem riesigen wandfüllenden Stück Stoff vorbei. Eine Vielzahl von Kronen, Sternen, aber auch dem europäischen Auge völlig fremdartig anmutende Muster sind aufgemalt. Oder sehen sie nicht zum Teil wie aufgestempelt aus?

Woher stammt dieser überdimensionale Stoff? Wie nennt man ihn und welche Techniken muß man beherrschen, um etwas so Feingliedriges herstellen zu können?

Antworten auf diese Fragen sind auf einigen Inseln der Südsee zu finden.

Tonga, Samoa, Fidschi sind Namen, die in einer sogenannten globalen Welt wohl jedem schon untergekommen sind. Doch immer noch sind es bastberockte Mädchen, die als ewig wiederkehrendes Klischee präsentiert werden, wenn es um diese von uns aus gesehen entlegenen Gegenden der Welt geht.

Solche Klischees sind zu widerlegen, und es ist eine durchaus spannende Angelegenheit, sich klarzumachen, dass andere Völker und Kulturen mit angeblich "primitiven" Mitteln zu technisch nahezu unglaublichen und ästhetisch höchst bemerkenswerten Leistungen in der Lage sind, ohne dabei ihre Umwelt über Gebühr zu belasten.

Der tapa ngatu aus der Sammlung Buchheim, wie der oben angesprochene Rindenbaststoff auf seiner Herstellungsinsel Tonga genannt wird, bietet eine ideale Ausgangsbasis für den Einstieg in die Vielfalt "exotischer" Welten.

Im Rahmen der Führung im Ausstellungsbereich "Südsee" sollen anhand ausgewählter völkerkundlicher Objekte aus der Sammlung Buchheim Einblicke gewährt werden in Denkstrukturen von Kulturen, die aus europäischer Sicht oft abschätzig als "wild" und "primitiv" etikettiert wurden.

Ziel der Führung ist nicht die Vermittlung von akademischem Detailwissen; vielmehr werden Sichtweisen aufgezeigt, mit denen man sich fremden Kulturen und deren Kunst souverän annähern kann.

Tatanua-Maske; Neu Irland © Buchheim Museum 2009

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