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Buchheim Museum in Bernried am Starnberger See

Das „Blaue Jahr“

Sonderausstellungen und Aktivitäten

Pressemeldung, 27.01.2011

Das „Blaue Jahr“ 2011

Vor hundert Jahren wurde in München die legendäre Ausstellung „Der Blaue Reiter“ eröffnet. Dieses Jubiläum feiern die Stadt Müchen und das bayerische Alpenvorland mit einer Fülle von interessanten Ausstellungen. Das Buchheim Museum präsentiert zum Jubiläum 100 Jahre „Blauer Reiter“ die Ausstellung Die „Blaue Brücke“: Alexej Jawlensky · Lyonel Feininger · „Die Brücke“. In diesem Jahr feiert auch das Buchheim Museum ein Jubiläum. Das Museum der Phantasie wurde vor 10 Jahren in Bernried am Starnberger See eröffnet. Zum „Blauen Jahr“ gehören auch zahlreiche Ausstellungen zum 125. Todestag von König Ludwig II. von Bayern.

Die „Blaue Brücke“

Unter dem Titel Die „Blaue Brücke“: Alexej Jawlensky · Lyonel Feininger · „Die Brücke“ zeigt das Buchheim Museum zum Jubiläum des „Blauen Reiter“ Kabinettausstellungen mit Werken von Alexej Jawlensky und Lyonel Feininger. Und eine vergleichende, durch originale Publikationen (unter anderem der Almanach „Der Blaue Reiter“) und Druckgraphiken bereicherte Dokumentation, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Künstlergemeinschaft „Brücke“ (1905-1913) und des „Blauen Reiter“ (1911-1914) in wesentlichen Zügen aufzeigt, leitet über zu ausgewählten Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgraphiken der „Brücke“- Maler Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Emil Nolde und Otto Mueller, dem hochkarätigen Kern der Buchheim'schen Expressionistensammlung (10.04. bis 30.12.2011).

Auch wenn Alexej Jawlensky (1864 Torschok/Russland - 1941 Wiesbaden), von dem in der Ausstellung unter anderem der 1912 gemalte „Kopf in Blau“ zu sehen ist, nicht unmittelbar zu den Gründern des „Blauen Reiter“ gehörte, kam ihm in dessen Vorfeld - zum einen als Vermittler aktueller Tendenzen französischer Malerei, zum anderen als Mitbegründer der „Neuen Künstlervereinigung München“ (N.K.V.M) - eine tragende Rolle zu: Während des Murnauer Malaufenthalts im Spätsommer 1908 mit Kandinsky und Gabriele Münter und seiner Lebensgefährtin Marianne von Werefkin war es Jawlensky, der die Freunde mit den Möglichkeiten formaler Vereinfachung und freier, vom Gegenstand losgelöster Farbgebung vertraut machte, die ihm durch seine Frankreichaufenthalte und seine Kenntnis der Malerei Matisse und des Cloisonnismus Gauguins geläufig waren. Zudem führte er den seinerzeit in Frankreich diskutierten Begriff „Synthese“ ein, der im Wesentlichen die Programmatik der N.K.V.M bestimmen sollte. Im Gründungszirkular der 1909 ins Leben gerufenen N.K.V.M. formulierte Kandinsky: „... Wir gehen von dem Gedanken aus, dass der Künstler außer den Eindrücken, die er von der äußeren Welt, der Natur, erhält, fortwährend in einer inneren Welt Erlebnisse sammelt und das Suchen nach künstlerischen Formen, welche die gegenseitige Durchdringung dieser sämtlichen Erlebnisse zum Ausdruck bringen sollen - nach Formen, die von allem Nebensächlichen befreit sein müssen, um nur das Notwendige stark zum Ausdruck zu bringen, - kurz, das Streben nach künstlerischer Synthese, dies scheint uns eine Losung, die gegenwärtig immer mehr Künstler geistig vereinigt ...“ Die Gründe, warum Jawlensky nicht mit Kandinsky, Münter und Marc am 2. Dezember 1911 aus der N.K.V.M. ausgetreten war und sich mit Kubin, Le Fauconnier und von Hartmann dem „Blauen Reiter“ angeschlossen hatte, sind nicht bekannt. Doch schon im November 1912 traten Jawlensky und von Werefkin aus Protest gegen das vom konservativen Flügel des Vereins initiierte Buch „Das neue Bild“ aus der N.K.V.M aus und stellten im Rahmen des „Blauen Reiter“ aus.

Lyonel Feininger (1871 New York - 1956 New York) und sein Aquarell „Blaue Brücke“, dessen Titel wir für unsere Ausstellung adaptiert haben, hatte enge Verbindungen zur Künstlergemeinschaft „Brücke“ wie auch zum „Blauen Reiter“: In das Jahr 1912, das für Feiningers künstlerische Entwicklung entscheidend war, fielen erste Begegnungen mit den „Brücke“- Malern. Noch 1953 betonte Feininger in einem Brief an Erich Heckel, dass sich ihm mit der „Brücke“ seinerzeit „eine neue Welt auftat“. Mit Heckel und Schmidt-Rottluff, der Feininger 1915 porträtierte, verbanden Feininger lebenslange Freundschaften. Entscheidender jedoch wurden für sein Schaffen Anregungen, die von den Kubisten (1906-1908 und 1911 arbeitete er in Paris), Robert Delaunay und vom „Blauen Reiter“ ausgingen, in dessen Almanach unter anderem auch Positionen zeitgenössischer französischer Kunst vertreten waren. Nachdem Franz Marc mit Feininger Kontakt aufgenommen hatte, beteiligte er sich 1913 an einer „Blauer Reiter“-Ausstellung. Während seiner Lehrtätigkeit am „Bauhaus“ in den Jahren 1919 bis 1925 kreuzten sich Feiningers Wege erneut mit Kandinsky und Klee. 1924 schließlich schloss er sich mit Jawlensky, Kandinsky und Klee zur „Blauen Vier“ zusammen. Neben einigen frühen Werken wie einer Zeichnung aus dem Jahr 1912, zeigt die Kabinettausstellung Aquarelle aus der Bauhauszeit und eine Reihe seiner kostbaren Holzschnitte, zumeist Handabzüge, deren Produktion ab 1919 einsetzt.

Ludwig II. - Lothar-Günther Buchheims „Museum der Phantasie“ am Starnberger See

Ludwig II. und der Maler, Verleger, Autor und Sammler Lothar-Günther Buchheim gingen als leidenschaftliche Liebhaber von Kunst und Kunsthandwerk eigene Wege, waren höchst phantasiebegabte kreative Köpfe und provozierten ihre Umwelt durch außergewöhnliche Ideen und unzeitgemäße Visionen, die am Ende von Erfolg gekrönt waren. Und: beide liebten den Starnberger See als Refugium und Ort der Inspiration. Wer also am Starnberger See den Spuren Ludwigs II. folgt, sollte nicht versäumen, auch Buchheims „Museum der Phantasie“ zu besuchen, in dem sich Werke von Corinth, Beckmann, Kirchner, Heckel, Nolde, Mueller und anderen Künstlern der klassischen Moderne, Arbeiten von Laien und Kunst und Kunsthandwerk aus Afrika, der Südsee, Asien, Bayern und Europa zu einem unvergleichlichen Gesamtkunstwerk verbinden, für das Günter Behnisch den attraktiven architektonischen Rahmen geschaffen hat. Vom 10.07. bis 02.10.2011 werden im Museum Buchheims Landschaftsbilder vom Starnberger See zu sehen sein.

Weitere Informationen finden Sie unter www.blauesjahr.de


Alexej von Jawlensky, Kopf in Blau, 1912, Öl auf Karton © Buchheim Museum

 

Die perfekte Geschenkidee zum „Blauen Jahr“

Mit den Kulturreiseboxen „100 Jahre Blauer Reiter“ und „König Ludwig II.“ können Sie anspruchsvolle Kulturreisen mit oder ohne Hotelgutschein verschenken. Der Beschenkte kann seine Reise individuell planen. Die Boxen sind zu einem Preis von 45,- EUR bis 339,- EUR erhältlich und beinhalten Gutscheine für Museen und andere Attraktionen sowie je nach Box Übernachtungen in ausgewählten Hotels. Die Kulturreiseboxen erhalten Sie im Shop des Buchheim Museums. Weitere Informationen über die Kulturreiseboxen auch unter www.art-cities-box.de

 

 

Das „Blaue Jahr“ ist eine Kooperation von:

 

Aktuell im Buchheim Museum

NOLDE. DIE GROTESKEN Ausstellung vom 23. Juli bis 15. Oktober 2017

HOLMEAD: KRUDE KÖPFE Ausstellung vom 16. Juli bis 3. Oktober 2017

10. Tagung zur Hinterglaskunst Vom 13. bis 14. Oktober 2017 im Buchheim Museum

100.000 Besucher in 2017 im Buchheim Museum Museumsdirektor Daniel J. Schreiber händigt den Ehrengästen eine Jahreskarte aus

JAWLENSKY: KOPF IN BLAU Neu im Buchheim Museum ab 16. Juli 2017

HERBERT SCHERREIKS: SCHLOSS ZWERGAPFELKERN Ab 29. April 2017 im Buchheim Museum

BRÜCKENSCHLAG: GERLINGER – BUCHHEIM! Die Sammlung »Die Maler der Brücke« kommt ins Buchheim Museum

Neue Videovorstellung des Buchheim Museums Impressionen aus Bernried

3sat besuchte mit Marianne Sägebrecht das Museum Sehen Sie sich den Beitrag im 3sat-Archiv an

BRÜCKENSCHLAG: GERLINGER – BUCHHEIM! 28. Oktober 2017 bis 25. Februar 2018

Café Littwin Imaginärer Gastronomiebetrieb und poetisches Ensemble

JAWLENSKY: KOPF IN BLAU: Neu im Buchheim Museum ab 16. Juli 2017
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