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Sommerfreuden - Badefreuden

Finissage und Matinee zur Sonderausstellung am 3.10.2011

Pressemeldung, 28.09.2011

Sehr geehrte Damen und Herren,

am kommenden Montag, den 3.10.2011 bietet sich die letzte Gelegenheit, diese unsere Sonderausstellung Sommerfreuden – Badefreuden, Maler der „Brücke“ in Dangast, Moritzburg und  auf Fehmarn zu besuchen!

Verlängern Sie den Sommer mit der Teilnahme an einer Sonderführung durch die Ausstellung „Sommerfreunden – Badefreuden“. Die Matinee mit Freia Oliv M.A. beginnt um 11.30 Uhr (Teilnahme € 2,50 pro Person zzgl. Museumseintritt).

Im Anschluss empfehlen wir eine Erfrischung auf der Sonnenterrasse unseres Café/Restaurant PHOENIX mit Blick auf den Starnberger See! Und dann auf zu einer Wanderung am See entlang nach Bernried. Wer gut zu Fuß ist, spaziert weiter bis Seeseiten und genießt die zarte Herbstfärbung der mächtigen Bäume im unvergleichlich schönen Bernrieder Park. Mutige tun unterwegs noch einen Sprung ins kühle Nass ...

Dass die „Brücke“-Maler Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl sich 1905 in Dresden zusammentaten, dass sie – 1906 war Pechstein zu ihnen gestoßen – nach Berlin gingen und sich dort im Mai 1913 trennten, vordergründig wegen Streitigkeiten um die „Brücke“-Chronik: Das weiß man. – Doch was sagt uns das alte Nordseebad Dangast in Bezug auf die „Brücke“, was der kleine Flecken Moritzburg nördlich von Dresden, was die Ostseeinsel Fehmarn?  Wer weiß schon, dass sich an diesen abgelegenen Orten, in freier Natur, die eigentliche Geburt der Moderne und des deutschen Expressionismus ereignete und vollzog?

Während ihrer Malaufenthalte in Dangast zwischen 1907 und 1910 schrieben Heckel und Schmidt-Rottluff, der dort sogar bis 1912 arbeitete, Kunstgeschichte. Denn hier war es, wo sie den Impressionismus überwanden, wo die Weite von Land und Meer sie zu großflächigen Kompositionen ermutigte, wo Licht und Atmosphäre die Farben explodieren ließen, wo ihre Malerei einen Grad von Reduktion erreichte, der in Dresden wohl in dieser Form nicht möglich gewesen wäre. Aber nicht nur dies: Etwa die Hälfte der Graphik und zwei Drittel der Gemälde von Schmidt-Rottluff entstanden in Dangast, darunter der von Farben durchglühte „Dorfweg“ (1910). Und auch Heckels Kunst schwang sich hier zu ungeahnten Höhen auf, wie sein Gemälde „Der schlafende Pechstein“ (1910) hinreichend belegt.

An den Moritzburger Teichen studierten Heckel und Kirchner in den Sommermonaten 1909 bis 1911 den Akt in freier Natur, zeichneten und malten unermüdlich ihre badenden Freundinnen und Modelle, wobei die Vorstellungen, die sie von Leben und Kunst außereuropäischer Kulturen in Völkerschauen und durch Objekte im Dresdner Völkerkundemuseum gewonnen hatten, sowohl ihre Arbeit wie ihre Lebensweise beeinflusste.

Fehrmarn war Kirchners Südseeparadies. Schon 1908 war er auf die Ostseeinsel gekommen. Doch erst zwischen 1912 bis 1914 verbrachte er hier jeden Sommer. Er lebte mit seiner Freundin Erna im Leuchtturm von Staberhuk, stand jeden Tag zwischen 5 oder 6 Uhr morgens auf und zeichnete und malte wie im Rausch. Die in Moritzburg erfahrene Einheit von Mensch und Natur erfährt hier eine Fortsetzung und Steigerung. Hier erlebt er eine künstlerisch äußerst fruchtbare und seine glücklichste Zeit.

Die Ausstellung will aber nicht nur den Moritzburger, Dangaster und Fehmarner Motiven in der Sammlung nachspüren, die um den überwiegend weiblichen Akt kreisen. Der Besucher kann erstmals etwas betrachten, was bislang nicht zugänglich war: nämlich die bemalten Rückseiten zweier Gemälde, die eigens für die Ausstellung freigestellt wurden. Warum „Der schlafende Pechstein“ nun sein rückseitiges „Geheimnis“ lüftet und welches Bild sich hinter Kirchners „Freunden im Gespräch“ verbirgt, kann man in unserer  Ausstellung erkunden.

Und: Anhand von Aquarellen und Druckgraphiken von Erich Heckel, die nach den „Brücke“- Jahren entstanden sind, kann man verfolgen, in welcher Form er das Thema Badende in freier Natur wieder aufgreift und fortsetzt, das auch zentrales Motiv von Gemälden, Aquarellen und Druckgraphiken von Otto Mueller ist, die in einem eigenen Kabinett gezeigt werden. Zu den späteren Arbeiten von Erich Heckel gesellt sich eine Reihe von Landschaftsbildern und Badeszenen von Max Kaus, der zu den Expressionisten der zweiten Generation gehört und Heckel nicht nur freundschaftlich verbunden war. Im Krieg erhielt er durch ihn die entscheidenden künstlerischen Impulse.

Immer herzlich willkommen im Buchheim

Dr. Clelia Segieth
Museumsleitung


Badende am Strand von Fehmarn, Ernst Ludwig Kirchner, 1913, Öl auf Leinwand
© Buchheim Museum


PDF-Flyer

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