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Musik aus Bali

András Varsányi (gèndèr wayang, tingklik) & Christine Günther (tingklik), Ursula Haydl (gèndèr wayang)

Pressemeldung, 31.05.2011

Musik auf Bali ist nicht nur die des Gamelan, des großen Ensembles mit seinen bronzenen Metallophonen, Gongs und Felltrommeln sondern es gibt auch eine Vielzahl von Ensembles zu allen möglichen Gelegenheiten. Manche dieser Ensembles haben ihren Platz im Ritual, manche sind jedoch rein weltlich und zur Unterhaltung. Heute hören Sie im Wechsel die Musik für zwei Bambuphone (tingklik) sowie für zwei Metallophone (gendèr wayang).

Die Spielweise für tingklik (abgestimmte Bambusrohre in einem niedrigen Holzgestell) und die der gendèr wayang ähnelt sich insofern, als die linke Hand beider Musiker meist unisono die Melodie spielt, während das Spiel der rechten Hände sich in zwei ergänzende Stimmen aufteilt. Diese Technik ist speziell auf Bali weit verbreitet. Die gendèr müssen allerdings mit ihren langklingenden Bronzeklangplatten über Resonatoren mit der jeweiligen Schlaghand wieder abgedämpft werden, was die Spieltechnik erheblich erschwert.

Zur Musik der tingklik, einem rein weltlichen Ensemble auch in größerer Besetzung mit Trommeln und anderer Perkussion, wird der einzige quasi "freie" Paartanz auf Bali aufgeführt. Dabei sucht sich eine als klassische Tänzerin eingekleidete Solo-Tänzerin aus dem Publikum einen männlichen Tanzpartner für wenige Minuten aus und bittet ihn auf die Tanzfläche.

Zum rituellen Bereich gehört die Musik der beiden Metallophone gendèr wayang, mit der das berühmte Schattenpuppenspiel (wayang kulit) begleitet wird. Im Laufe einer vielstündigen wayang-Aufführung müssen bis zu 30 verschiedene längere oder kürzere Kompositionen jederzeit abrufbar sein. Ihre Musik begleitet auch andere Riten wie die Zahnfeilung oder die Totenverbrennung.

Dr. Clelia Segieth
Kuratorin des Buchheim Museums
Museumsleitung











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