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Ausstellung im Buchheim Museum

GROSZ KRIEG GROTESK – Zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit

Vom 6. Juli bis 2. November 2014

Pressemeldung, 04.07.2014

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Links: George Grosz, Whisky, 1918, Aus der Mappe "Ecce Homo", Farbiger Offsetdruck, 27,7 x 15,7 cm Rechts: George Grosz, Ach knallige Welt, du seliges Abnormitätenkabinett, 1916, Aus der Mappe "Ecce Homo", Farbiger Offsetdruck, 26,1 x 19,7 cm © Estate of George Grosz, Princeton, N.J. / VG Bild-Kunst 2014

Am 28. Juli 1914 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum hundertsten Mal. Aus diesem Anlass widmet das Buchheim Museum seine Sommerausstellung dem Berliner Zeichner und Maler George Grosz (1893-1959) und dessen Verarbeitung des traumatischen Kriegserlebnisses. Kein anderer setzt so drastisch die »Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts« und ihre gesellschaftlichen Folgen ins Bild wie er. Grosz liebt die Kombination von Grauen und Humor. Das Groteske wird für ihn zum wichtigen stilbildenden Mittel. Seine dichten, simultanen Bilderzählungen durchleuchten mit kritischem Röntgenblick das Geschehen. Mit seinem »messerscharfen Strich« ist er der schärfste Kritiker der Nachkriegszeit und der Weimarer Republik. Seine grafischen Mappen und Illustrationen für Zeitschriften sowie öffentlichkeitswirksame Prozesse wegen Beleidigung der Reichswehr und Verletzung der bürgerlichen Moral machen ihn in den 1920er Jahren zum bekanntesten deutschen Künstler.

Die von ihm geprägte »George-Grosz-Type« ist in aller Munde: der Kriegsgewinnler mit Stiernacken und Zigarre, der Gauner mit blauem Auge, die halbentblößte Hure, der preußische Hauptmann, der feiste Spießer, der korrupte Kleriker und der hochdekorierte Kriegsversehrte. Sie beherrschten den gesellschaftskritischen Diskurs seiner Zeit – und illustrieren bis heute in Schulbüchern die Geschichte der Weimarer Republik. Tatsächlich vermag Grosz’ künstlerische Stärke noch Jahrzehnte später die grausamen Dokumentationen des Krieges um die Perspektive des menschlich-subjektiven Erlebens zu erweitern. Er gilt als bedeutender Zeuge der bewegten Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Trotz aller Bitterkeit ist Grosz’ »knallige Welt« dank einer elegant verknappten Linearität und einer dramatischen Farbgebung von schillernder Schönheit.

Die Präsentation von Grosz' Werk ist in sechs Kapitel untergliedert, die zeitlich nicht scharf voneinander zu trennenden Facetten und Phasen seines Schaffens entsprechen. Eine kleine Auswahl von Werken von Grosz' Künstlerkollegen Otto Dix und Max Beckmann zeigen seine einzigartige Stellung zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit und ergänzen die Werkschau um ein weiteres Kapitel. Film-, Foto- und Tondokumente sowie einige Sachzeugnisse des Ersten Weltkriegs, die den Künstler und die historischen Hintergründe seines Schaffens vor Augen führen, sind weitere Zugaben. Für den Besucher ist die Struktur der Ausstellung ablesbar an Tafeltexten, die in knapper Form umfassend informieren.

Zahlen und Namen

Das Buchheim Museum ist exklusiv der einzige Ausstellungsort dieser ersten Grosz-Ausstellung in Bayern seit 1986. Mit über 200 Werken – Grafiken, Zeichnungen, Aquarelle, Gemälde, Skulpturen sowie Ton-, Bild- und Filmdokumenten – repräsentiert sie Grosz' Hauptschaffenszeit zwischen 1912 und 1928. Diese umfassende Werkschau wurde zusammengestellt von der international renommierten Kuratorin Annette Vogel. In Zusammenarbeit mit dem Berliner Büro Frey + Aichele wurde sie gestaltet.

Annette Vogel ist es in Zusammenarbeit mit dem Buchheim Museum gelungen, die Grosz-Bestände der Sabarsky Collection New York mit Grosz-, Beckmann- und Dix-Beständen des Buchheim Museums zusammenzuführen und um Werke von folgenden einundzwanzig privaten und institutionellen Leihgebern zu ergänzen: Akademie der Künste, Berlin, Archiv Bildende Kunst; Akademie der Künste, Berlin, Kunstsammlung; Bayerisches Armeemuseum Ingolstadt; Berlinische Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur; Deutsches medizinhistorisches Museum Ingolstadt; Galerie Michael Haas Berlin und Zürich; Galerie Fred Jahn München; Militärhistorisches Museum der Bundeswehr Dresden; Mittelrhein-Museum Koblenz; Rotes Antiquariat und Galerie C. Bartsch Berlin; Sabarsky Collection New York, Repräsentanz München; Sammlung Deutsche Bank Frankfurt; Sammlung Juerg Judin Berlin / Zürich; Sammlung Karsch / Nierendorf Berlin; Ilse Schweinsteiger Kunsthandel München; Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie; Stiftung Stadtmuseum Berlin; W&K – Wienerroither & Kohlbacher Wien; sowie private Leihgeber, die namentlich nicht genannt werden möchten.

Veranstaltungsprogramm

Das Begleitprogramm wurde von der auf Kunst- und Kulturvermittlung für Kinder und Jugendliche spezialisierten Münchner Verlegerin Mona Horncastle konzipiert.

Katalog

Der 180 Seiten starke Katalog GROSZ KRIEG GROTESK, herausgegeben von Annette Vogel und Daniel J. Schreiber, mit Texten von Birgit Möckel und den Herausgebern erscheint im Buchheim Verlag und wurde von dem Münchner Grafik-Design-Bureau von Mirko Borsche gestaltet. Das Bureau Mirko Borsche hat auch die Druck- und Werbemedien der Ausstellung entwickelt.

Plakate zur Ausstellung

  

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