Sammlung Hermann Gerlinger

»Die Maler der Brücke«


Seit März 2017 ist die Sammlung Hermann Gerlinger »Die Maler der Brücke« im Buchheim Museum beheimatet. Mit seinem auf Ganzheit zielenden Sammlungsansatz bezieht Prof. Gerlinger neben Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafiken auch Dokumente, Skulpturen und Kunsthandwerk der Brücke-Künstler mit ein. Die immer noch wachsende Sammlung umfasst mehr als 1.030 Titel, darunter derzeit 45 Gemälde.

Die Sammlungen Buchheim und Gerlinger ergänzen sich auf das Trefflichste. Buchheim kann mit frühen Hauptwerken der Brücke-Künstler punkten. Gerlinger erschließt das Thema systematisch in seiner gesamten historischen Tiefe und in der gesamten Breite der Gattungen. Durch die Zusammenführung der beiden Bestände wird die Bedeutung des Buchheim Museums als Hauptmuseum des deutschen Expressionismus in Süddeutschland – neben der Pinakothek der Moderne und dem Lenbachhaus mit seinen Beständen zum Blauen Reiter – weiter ausgebaut. Es kann nun seinen Sammlungsschwerpunkt »Brücke« mit mehr als 1.700 Werken der 1905 in Dresden gegründeten Künstlergruppe belegen. Jährlich ist mindestens eine Ausstellung aus dem Themenkreis der Sammlung Hermann Gerlinger im Buchheim Museum zu sehen. Darüber hinaus sind prominente Gemälde der Privatsammlung über das ganze Jahr hinweg im Expressionistensaal des Buchheim Museums ausgestellt.


Karl Schmidt-Rottluff, Landstraße im Frühling, 1905, Farbstiftzeichnung, Sammlung Hermann Gerlinger im Buchheim Museum © VG Bild-Kunst, Bonn, 2020

Die Sammlung »Die Maler der Brücke«

Die Sammlung von Hermann Gerlinger ist den Malern der »Brücke« gewidmet: den Gründungsmitgliedern Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl sowie den später beigetretenden Künstlern Emil Nolde, Hermann Max Pechstein, Cuno Amiet, Akseli Gallen-Kallela und Otto Mueller. In ihrer systematischen Geschlossenheit ist die Sammlung nahezu einzigartig. Auf höchstem qualitativem Niveau vereint sie Werke aus allen Schaffensphasen der Künstler – von den frühesten Anfängen über den gemeinsamen Gruppenstil bis zum individuellen Spätwerk. Insbesondere zu Karl Schmidt Rottluff konnte Gerlinger dank seines persönlichen Kontakts zu dem Künstler einen monografisch dichten Sammlungsstrang von erster Güte zusammentragen. Quantitativ und qualitativ ebenbürtig sind die Bestände zu Kirchner und Heckel.


Ernst Ludwig Kirchner, Signet der »Künstlervereinigung Brücke«, 1905, Holzschnitt, Sammlung Hermann Gerlinger im Buchheim Museum

Mit seinem auf Ganzheit zielenden Sammlungsansatz bezieht Gerlinger neben Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafiken auch Dokumente, Plakate, Einladungen, Exlibris, Jahresmappen, Skulpturen und Kunsthandwerk der »Brücke«-Künstler mit ein. Im Ganzen umfasst die immer noch im Wachsen begriffene Sammlung ungefähr 1.030 Titel. Darunter sind derzeit 48 Gemälde. Auch Werke aus dem afrikanischen Kulturkreis gehören zu den Beständen, mit denen der Einfluss außereuropäischer Kunst auf die »Brücke« dokumentiert werden kann.

Von 1995 bis 2001 wurde die Sammlung Hermann Gerlinger im Museum Schloss Gottorf, dem Landesmuseum von Schleswig-Holstein, erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Danach kam sie in das Kunstmuseum Moritzburg in Halle an der Saale. Schließlich schloss Prof. Gerlinger mit der Buchheim Stiftung einen Leihvertrag über zehn Jahre ab. Seit März 2017 ist seine Sammlung nun im Buchheim Museum angesiedelt. Eine Verlängerung über das Jahr 2027 ist möglich.


Prof. Hermann Gerlinger 2010 vor Karl Schmidt-Rottluffs Gemälde »Rote Düne« von 1913; Foto: Peter Endig dpa/lah/lby

Der Sammler

Prof. Hermann Gerlinger, 1931 geboren, in Würzburg lebend, begann seine Sammeltätigkeit in den frühen 1950er-Jahren während seines Ingenieurstudiums in München. In diesen Jahren lernte er auch Lothar-Günther Buchheim persönlich kennen. Nach dem Studium führte er einen mittelständischen Betrieb des Bereiches Heizungs-, Sanitär-, Klimatechnik weiter, den sein Vater 1930 gegründet hatte. Seine Sammelleidenschaft wird von seiner Frau Hertha mitgetragen. Dank einer immer konsequenter werdenden Fokussierung auf die »Brücke« und intensiver Kontaktpflege vor allem zu Karl Schmidt-Rottluff gelang Gerlinger der Erwerb vieler musealer Hauptwerke. 1995 erhielt Gerlinger aufgrund seiner Verdienste um die Erforschung der Brücke den Ernst-Ludwig-Kirchner-Preis des Kirchner Museums Davos. 1999 wurde Hermann Gerlinger mit der Ehrenprofessur des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet. 2009 wurde ihm gemeinsam mit seiner Ehefrau Hertha Gerlinger die Ehrenbürgerwürde der Stadt Halle (Saale) und 2013 der Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt verliehen. Im Juni 2018 erhielten beide den Bayerischen Verdienstorden.


Erich Heckel, Zwei Mädchen am Wasser, 1910, Öl auf Leinwand, Sammlung Hermann Gerlinger im Buchheim Museum © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen

Bedeutung des Zusammenschlusses der Sammlungen Gerlinger und Buchheim

Beide Sammlungen ergänzen sich auf das Trefflichste. Buchheim kann mit glanzvollen Hauptwerken der Brücke-Künstler aus den Zeiten des Bestehens der Künstlergemeinschaft und darüber hinaus bis in die 1920er Jahre hinein punkten. Gerlinger erschließt dagegen das Thema systematisch in seiner gesamten historischen Tiefe und in der gesamten Breite der Gattungen. Im Bereich der Druckgrafik sind beide Sammlungen von höchster Komplexität. Es gibt keine andere Privatsammlung, die das Buchheim Museum reicher und passender ergänzen könnte als die Sammlung Hermann Gerlinger.


Karl Schmidt-Rottluff, Du und ich, 1919, Öl auf Leinwand, Sammlung Hermann Gerlinger im Buchheim Museum
© VG Bild-Kunst, Bonn, 2020

Dank des persönlichen Engagements der beiden Sammler Lothar-Günther Buchheim und Hermann Gerlinger sind zwei herausragende Sammlungen zum Thema »Brücke« entstanden. Vereint ergeben sie nun einen Bestand von Werken der 1905 in Dresden gegründeten Künstlerggruppe, der quantitativ und qualitativ nur von der Sammlung des Berliner Brücke-Museums übertroffen wird. Durch die Zusammenführung der beiden Bestände wird die Bedeutung des Buchheim Museums als Hauptmuseum des deutschen Expressionismus in Süddeutschland – neben dem Lenbachhaus mit seinem Schwerpunkt zum »Blauen Reiter« – weiter ausgebaut. Es kann nun seinen Sammlungsschwerpunkt »Brücke« mit mehr als 1.700 Werken der 1905 in Dresden gegründeten Künstlergruppe belegen.

Ausstellungen zur Sammlung Gerlinger

HECKEL. Einfühlung & Ausdruck
30 Oktober 2020 bis 7. März 2021

GEMÄLDE DER »BRÜCKE«. SAMMLUNGEN GERLINGER + BUCHHEIM
Ab 26. Februar 2019

»BRÜCKE« FREUNDINNEN UND FREUNDE
6. April bis 7. Juli 2019

SCHMIDT-ROTTLUFF. FORM, FARBE, AUSDRUCK
29.09.2018 bis 24.02.2019

BRÜCKENSCHLAG. GERLINGER + BUCHHEIM !
28.10.2017 bis 25.2.2018

Publikationen zur Sammlung Gerlinger

Brückenschlag: Gerlinger – Buchheim! Museumsführer durch die »Brücke«-Sammlungen von Hermann Gerlinger und Lothar-Günther Buchheim, hrsg. v. Hermann Gerlinger und Daniel J. Schreiber, Bernried am Starnberger See: Buchheim Verlag, 2017, 464 Seiten

Schmidt-Rottluff. Form, Farbe, Ausdruck, Katalog zur Ausstellung 29. September 2018 bis 3. Februar 2019, hrsg. v. Hermann Gerlinger und Daniel J. Schreiber, Bernried am Starnberger See: Buchheim Verlag, 2017, 340 Seiten (vergriffen)


Prof. Hermann Gerlinger vor Ernst Ludwig Kirchners Gemäldes »Das blaue Mädchen in der Sonne«, 1910, Sammlung Hermann Gerlinger im Buchheim Museum, Foto: Julia Rejmer / Buchheim Museum

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