Buchheim als Kunstbuchautor

Matinee mit Lesung, Sonntag, 30. September 2007, 11 Uhr

Picasso · Léger · Kirchner · Heckel
Schmidt-Rottluff · Mueller · Beckmann · Chi Pai-shi

Begleitprogramm zur Ausstellung
Eines Lebens Lauf - Lothar-Günther Buchheim

Eva-Maria Herbertz und Clelia Segieth lesen aus Lothar-Günther Buchheims Kunstbüchern

Matinee am Sonntag, dem 30. September 2007, 11 Uhr

Pressemeldung, 27.09.2007

Die letzte Matinee der Veranstaltungsreihe zur Sonderausstellung "Eines Lebens Lauf ? Lothar-Günther Buchheim", die am 7. Oktober 2007 zu Ende geht, ist dem Kunstbuchautor Lothar-Günther Buchheim gewidmet.

Seit der Gründung seines Verlages, des Buchheim Verlages, im Jahre 1951, gingen bei Buchheim Sammeln, Bücher Schreiben und Verlegen Hand in Hand, weshalb er sich selbst als "Zusammenträger und Wiederausbreiter" bezeichnete.

Anfänglich, auch schon während seiner Zeit als Galerist in Frankfurt (1949-1951), waren es die Franzosen - Picasso, Léger, Braque, Matisse und andere -, die Buchheim faszinierten. Doch schon ab Mitte der 1950er Jahre verschrieb er sich seinem zentralen Thema: dem deutschen Expressionismus, seinen Künstlern und Künstlergruppen. 1956 erschien der Band "Die Künstlergemeinschaft Brücke", 1958 "Der Blaue Reiter und die Künstlervereinigung München", 1959 die Monographie über Max Beckmann und "Graphik des deutschen Expressionismus", 1963 der Band über Otto Mueller.

Noch heute gelten diese Bücher als Standardwerke. Denn in ihnen verbinden sich Buchheims Malerblick, gründliche Recherche und seine besondere Gabe, anschaulich und spannend über Kunst zu schreiben, aufs Glücklichste. Nach 1945 erfüllten diese Publikationen jedoch eine tiefergreifende Funktion. Denn Buchheim gehörte zu den Autoren und Verlegern der ersten Stunde, welche die einstige künstlerische Avantgarde, die von Nationalsozialisten als "entartet" diffamiert worden waren, wieder in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses rückten. Mit seinem rückhaltlosen Engagement für den deutschen Expressionismus stand Buchheim weitgehend alleine, war die westdeutsche Kunstszene doch ganz auf abstrakte Kunst eingeschworen, da diese a priori als progressiv und als Ausdruck der neuen, demokratischen Weltordnung galt.

Die Leseproben sollen einen Einblick geben in die Vielfalt der Kunstbücher, die Buchheim mit dem Blick des Malers geschrieben hat.

Die Teilnahme an der Lesung ist für Museumsbesucher mit gültiger Eintrittskarte frei!

Über Ihr Kommen freuen wir uns!

Mit schönen Grüßen

Dr. Clelia Segieth
Kuratorin des Buchheim Museum


Erich Heckel, Fränzi liegend, 1910, Farbholzschnitt
© Buchheim Museum und Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen


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