Eröffnung der Ausstellung Fernand Léger - Joan Miró

Ansprache des französischen Generalkonsuls Stéphane Visconti

Bernried, 19. November 2008, 17 Uhr

Ausstellung: Fernand Léger - Joan Miró

Pressemeldung, 26.11.2008

Sehr geehrte Frau Buchheim,
Sehr geehrte Frau Dr. Segieth,
Verehrter Herr Minister, Herr Dr. Thomas Goppel,
Verehrter Herr Regierungspräsident,
Herr Christoph Hillenbrand,
Verehrter Herr Bürgermeister,
Herr Joseph Steigenberger,
Meine Damen und Herren,
Liebe Freunde,

Es gehört zu den fast alltäglichen Obliegenheiten eines Generalkonsuls,  Ausstellungseröffnungen vorzunehmen oder Reden zu offiziellen Veranstaltungen zu halten. Meine heutige Anwesenheit empfinde ich dennoch ganz anders. Denn die Tatsache, dass ich dieser jetzigen Veranstaltung beiwohne, in diesem zauberhaften Buchheim Museum, ruft in mir persönlich viel Freude und Begeisterung hervor. Zauberhaft ist Ihr Museum durch seine wundervolle Architektur und seine außergewöhnliche Lage am malerischen Starnberger See, der für sich selbst ein Gemälde ist. Zauberhaft auch, weil das Buchheim Museum das Produkt des Lebens und der Begabung eines außergewöhnlichen Menschen ist, sowohl was seinen Werdegang als auch seine künstlerische Herangehensweise anbelangt, die den Besucher entzückt ? welche andere Institution kann sich rühmen, sich Museum der Phantasie zu nennen?...

Es ist mir also eine Freude und eine Ehre, Sie zu besuchen, anlässlich der Eröffnung der Ausstellung Fernand Léger - Joan Miró. Und ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre Einladung.

Versucht man das Leben von Lothar-Günther Buchheim zu begreifen, fällt einem Folgendes auf: seine Liebe zur Vielfalt, seine Offenheit zum anderen, zum Unbekannten auch, seine Fähigkeit, sich der Vielfalt der Natur und des Erfindungsreichtums des Menschen zu erfreuen. In einer Zeit, wo die Ängste und die Turbulenzen der Globalisierung einen Rückzug in die eigene Identität, die Ablehnung des anderen, sogar verschiedene Erscheinungen des Fundamentalismus verursachen, ist die Botschaft des Lothar Buchheim notwendiger denn je. Unsere Unterschiede bereichern uns, und sowohl die Menschen als die Zivilisationen tun gut daran, miteinander zu reden, sich auszutauschen, wobei sie sich von den oft grundlosen Kategorisierungen befreien. Liebe Frau Buchheim, die in Ihrem Museum versammelten Kunstwerke zeugen von dieser Realität. Während hier die kulturellen Identitäten prachtvoll hervorgehoben werden (ich denke hier insbesondere an die Sammlungen von Volks- und Ethnographiekunst), ermöglichen diese, vor allem die Welt in ihrer Gesamtheit wahrzunehmen und zu begreifen.

Die Behauptung seiner Identität, reich an Vielfalt - das ist auch die Devise meines Landes, Frankreich. Vielleicht deswegen fühlte sich Lothar-Günther Buchheim so wohl in meiner Heimat, in Paris ebenso wie in der Bretagne, wo er tiefe und fruchtbare Freundschaften mit den größten Künstlern des 20. Jahrhunderts gepflegt hat.

Identität reich an Vielfalt. Die Maler, denen Buchheim in Frankreich begegnete, waren nicht alle Franzosen, aber haben mit Glanz das französische Kulturleben geprägt : Pablo Picasso, Joan Miró, Marc Chagall, Georges Braque, Henri Matisse oder Fernand Léger ? um nur einige zu nennen - das waren die Gesprächspartner und Inspiratoren von Buchheim.

Die Ausstellung, die wir heute eröffnen, stellt zwei unter ihnen gegenüber, zwei Künstler von außergewöhnlichem Talent, von einer sich ergänzenden aber auch verstellten Weltvorstellung, und die Lothar-Günther Buchheim persönlich gut kannte. Er besuchte ihre Pariser Ateliers. Heute sind Fernand Léger und Joan Miró an der Reihe, ihm einen Retourbesuch abzustatten, um ihn zu würdigen, zu unserer aller größten Freude.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.


Der Generalkonsul der Republik Frankreich, Stéphane Visconti, und Diethild Buchheim bei der Ausstellungseröffnung.
Foto: W. Englisch

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