FLORES Y MUJERES – AUS DER SAMMLUNG HIERLING

15.10.2022 – 26.02.2023


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2018 sorgte das Gedicht »Avenidas y flores y mujeres« (Prachtstraßen, Blumen und Frauen) des bolivianisch-schweizerischen Schriftstellers und Begründers der Konkreten Poesie, Eugen Gomringer für große Aufregung: Da es Frauen zu Objekten männlicher Blicke mache, wurde es als sexistisch kritisiert und schließlich von der Fassade einer Berliner Hochschule entfernt.

Frauen und Blumen sind häufige Motive in der bildenden Kunst, vor allem auch in den Gemälden der expressiven Realisten. Jene Generation von Künstlerinnen und Künstlern feierte zwischen den beiden Weltkriegen ihre Erfolge, in der Nazi-Zeit wurde sie als »entartet« verfemt und nach dem Zweiten Weltkrieg galt sie wegen ihrer realistischen Malerei als antiquiert.

Auch Karoline Wittmann, die ihr komplettes Frühwerk in einer Bombennacht Ende 1944 verlor, erging es so. Ihr Selbstbildnis als Halb-Akt mit Gladiolen von 1949 ist ein kühner Sprung in die Emanzipation von dem nationalsozialistischen Frauenbild der züchtigen Hausfrau. Es kann als Beispiel dafür gelten, dass die von Frauen gemalten weiblichen Akte nicht nur die gesellschaftliche Stellung der Frau im Laufe der Geschichte widerspiegeln, sondern auch dem jeweiligen Frauenbild ein künstlerisches Statement entgegensetzen können.

Vor dem Hintergrund der Kritik an Gomringer bieten auch Walter Beckers Werke „Trio 3" oder „Im Bad" interessantes Anschauungsmaterial. Im hohen Alter entwickelt Becker in einem neuen Anlauf seine Bilder ganz aus der Farbe. Was als oberflächlicher und großflächiger Betrachtungsgenuss pointierter Aktdarstellungen erscheint, ist in Wirklichkeit der Versuch, mit Farbe einen musikalischen Klang zu bilden, den Klang von Erinnerungen, Eindrücken und Sehnsüchten eines langen Lebens. Wo aber nun ist die Grenze zu ziehen zwischen künstlerische Freiheit und moralischer Maßgabe?

FLORES Y MUJERES regt an zur Auseinandersetzung mit Fragen, die sich bei der Befassung mit Kunst immer wieder auf das Neue stellen: Was ist Schönheit? Welche Frauenbilder werden konstruiert? Was wiegt schwerer: erotische Fantasie oder der Respekt vor dem anderen Geschlecht? Die Ausstellung will sensibel machen für diese Themen und diese kunsthistorisch bedeutsamen Werke neuen Rezeption offen und kritisch vorlegen. Schließlich ist diese Ausstellung eine herzliche Einladung zur genussvollen Betrachtung von Kunst.


Flyer

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Katalog

FLORES Y MUJERES
Aus der Sammlung Joseph Hierling
Katalog zur Ausstellung im Buchheim Museum

Leseprobe


Die Künstler*innen der Ausstellung

Erkunden Sie den Werdegang der über 50 Künstler*innen in unserem Internetdossier.

Zur Übersicht


Pressespiegel

flores y mujeres: Neue Ausstellung im Buchheim Museum
Abendzeitung, 25.10.2022

Schönheit und Erotik
Im Buchheim-Museum in Bernried sind Bilder aus der Sammlung von Joseph Hierling zu sehen.
Süddeutsche Zeitung, 16.10.2022


Veranstaltungen

Sonntag, 26.02.2023, 11.00 Uhr
Collector's Tour "flores y mujeres"
Rundgänge durch die Ausstellung mit Joseph Hierling, Sammler.

Die Teilnahme kostet 5,00 € zuzüglich zum Eintritt.


2023 im Museum

BUCHHEIM. KÜNSTLER, SAMMLER, ALLESKÖNNER ?

HANS BRÖG

Flächenbrand Expressionismus

The other side of the moon / Die andere Seite des Mondes

OTTO. Die Ausstellung

Das Schönste vom Schönen – Kitsch aus der Grünen Galerie

Reisezentrum

Leo von König

SONNTAGSMALEREI

Bronzeplastiken 'Miracolo' und 'Aglaia'

DAS BOOT

HAUS BUCHHEIM. ÜBERTRAGUNGEN

Das Buchheim Museum geht online

Abbildung:  Karoline Wittmann, Selbstbildnis im Halbakt, mit Gladiolen, 1949 Öl auf Leinwand, Sammlung Hierling © VG Bild-Kunst 2022
Karoline Wittmann, Selbstbildnis im Halbakt, mit Gladiolen, 1949 Öl auf Leinwand, Sammlung Hierling © VG Bild-Kunst 2022

Abbildung: Trio 3 oder Im Bad
Walter Becker, Trio 3 oder Im Bad, 1968, Öl auf Leinwand, Sammlung Hierling, © Rechtenachfolge Walter Becker

Abbildung: Bärenklau
Rudolf Hoßfeld, Bärenklau, o.J., Sammlung Joseph Hierling

Abbildung: Frau mit Blumen
Otto Herbig, Frau mit Blumen, 1957, Pastell auf Papier/Leinwand, Sammlung Hierling, © VG Bild-Kunst 2022

Abbildung: Reiches Stillleben
Leonore Vespermann, Reiches Stillleben, 1937, Öl auf Leinwand, Sammlung Hierling, © Rechtsnachfolge Leonore Vespermann

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